Hagebutten

05.12.2014 09:06 | Inhaltsstoffe und Ihre Wirkung

 

Hagebutten

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb Dichter Heinrich Hoffmann von Fallerslebens ein Kinderlied. Wir sind sicher, ihr kennt es und habt bereits den Ohrwurm, wenn wir nun „Ein Männlein steht im Walde“ anstimmen.

Oft wird ja vermutet, es handelt sich beim Männlein im purpurfarbigen Mäntelein um den Fliegenpilz (wir werden Euch doch nicht mit halluzinogenen Drogen überraschen, um uns bei Euch für Eure Kundentreue und damit für unseren Erfolg, für den Ihr die Basis bildet, zu bedanken ;-) ), doch weit gefehlt, denn wer das vom Spätsommer bis in den Winter hinein an Waldrändern, im Unterholz und in Gebüschen mit seinem „purpurroten Mäntelein“ zwischen den stacheligen Zweigen der Hundsrose (Rosa Canina) oder Heckenrose leuchtet, ist

die Hagebutte!

Als Bachblüte „Wild Rose“ steht die Heckenrose für die Hoffnung und Lebensfreude.

Hagebutte

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Im Juni blühen die weißen oder zart rosafarbigen Blüten des Strauches, der bis zu drei Meter hoch werden kann – da wird es schon mal schwer, die ganz oben wachsenden prallroten, kugelrunden oder länglichen Früchte abzupflücken – aber das müsst Ihr ja gar nicht tun, denn wir haben unser Lager mit den Vitamin C-reichen Hagebuttenfrüchten gefüllt, damit Ihr und Eure Tiere gesund und mit starken Abwehrkräften gegen alle Erkältungskrankheiten ausgerüstet den Winter genießen könnt.

Die Hagebuttenfrüchte enthalten neben dem bereits erwähnten

  • Vitamin C oder Ascorbinsäure -100 g frische Hagebutten enthalten 400-5.000 mg
  • Vitamin B1 und B2
  • Betakarotin
  • Vitamin K
  • Nikotinsäure (Niacin)
  • Flavonoide (unter anderem Rutin)
  • Fruchtsäuren
  • Pektine
  • Lykopin

Mit ihren vielen vitalisierenden Substanzen können die Hagebutten einen müden Kreislauf zu neuem Leben erwecken, bei Erschöpfungszuständen neue Energie schenken und die körpereigene Abwehr mobilisieren.

Diese wunderbaren Eigenschaften der Hagebutte kannten schon die alten Griechen, bei denen das rote Früchtchen als „Götterfrucht“ geschätzt wurde. Allerdings handelt es sich bei der Hagebutte in Wirklichkeit um eine Scheinfrucht, denn die eigenlichen „Früchtchen sind die Kerne in ihrem Inneren. Die wertvollen Inhaltsstoffe stecken jedoch vor allem in ihrer prallroten Schale. Für diese leuchtende Farbe ist im Übrigen das Lykopin – gebunden an den roten Farbstoff der Früchte – verantwortlich. Dieser Wirkstoff zog das Interesse der Wissenschaft vor allem auf sich, seit bekannt wurde, dass es helfen kann, Krebs und Herzinfarkt vorzubeugen. Grund dafür ist, dass im Körper aus Lycopin Vitamin A gebildet wird und das gilt als zellschützend. Zusammen mit dem hohen Vitamin C-Gehalt, das die Zellen im Kampf gegen die freien Radikalen und damit auch gegen Veränderungs- sowie vorzeitige Alterungsprozesse unterstützt, gilt die Hagebutte als krebsvorbeugend und stärkend in Zeiten der Rekonvaleszenz und bei einem geschwächten Immunsystem.

Bei Pferden schätzt man auch die wachstumsfördernde Wirkung der Hagebutte auf das gesunde Hufhorn, aber überdies ist sie auch ein effizienter Helfer bei Hufrehe, denn sie gilt als blutreinigend, unterstützt die Leber als Entgiftungs- und die Niere als Ausscheidungsorgan von Toxinen und Schlacken durch ihre harntreibende Eigenschaft, die sie den Pflanzensäuren und Pektiden verdankt. Überdies wirkt die Hagebutte entsäuernd auf den Organismus und unterstützt mit ihrem hohen Eisengehalt die Blutbildung. An Hagebutten kann auch bei Blasen- und Nierenleiden gedacht werden.

Der Vitamin C-Gehalt der Hagebutte wird eigentlich nur noch vom Sanddorn übertroffen und sollten ihren Einsatz aber nicht nur bei der Neigung zu Erkältungskrankheiten finden. Die Hagebutte gilt nämlich mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin-B-Komplexen auch als beruhigend und nervenstärkend bei Stress und innerer Unruhe.

Als Nahrungsergänzung kann aber auch bei tragenden und laktierenden Stuten und ihren Fohlen oder trächtigen und säugenden Hündinnen an Hagebutte gedacht werden, denn auch hier ist die Anwendung immer sinnvoll, weil die roten Beerenfrüchte getrocknet und zerkleinert gerne gefressen werden und für starke Widerstandskräfte und zusätzliche Nährstoffe sorgen.

Hagebutten bringen auch die Verdauung wieder ins Gleichgewicht und können sowohl bei Verstopfung, als auch bei Durchfall ihre positiven Eigenschaften entfalten. Überdies helfen sie bei Koliken gegen die Krämpfe und können bei Menschen, Hunden und auch Katzen Übelkeit bekämpfen.

Das in der Hagebutte enthaltene Kalzium kann zusammen mit dem Vitamin C und dem Flavonoid Rutin das Zahnfleisch kräftigen, aber ein Aspekt der Hagebutte, der unter anderem auch auf dem enthaltenen Rutin basiert, ist die Stärkung der Blutgefäße und die Förderung der Durchblutung, denn Rutin hemmt ein Enzym, das am Prozess der Blutgerinnung beteiligt ist. Diese Eigenschaft ist auch im Hinblick auf Rheumaerkrankungen und Arthrosen interessant, denn damit werden die Gelenke wieder besser ernährt. Überdies wirkt die Hagebutte auch entzündungshemmend.

Nicht zu vergessen ist die positive Wirkung auf den Stoffwechsel – der wird durch die Hagebutte angekurbelt und damit profitieren auch Haut und Fell von den roten Früchtchen.

 

Anwendung


Hagebutten können Pferden, Hunden und Katzen, aber auch Kaninchen und Meerschweinchen gut über das Futter verabreicht werden und sollten als Frühjahrskur und zur Immunstabilisierung in der Zeit des Fellwechsels zum Winter angeboten werden. Vor allem Senioren profitieren von der vitalisierenden Wirkung der Hagebutte. Überdies kann bei psychischer Belastung und Stress, sowie in der Läufigkeit der Hündin an Hagebutte gedacht werden.

Für Hunde und Katzen sollten die Hagebutten zerkleinert oder in der Küchenmaschine gemahlen werden.

  • Kleine Hunde und Katzen bis 5 kg Körpergewicht sollten nicht mehr als einen Teelöffel (ca. 3 bis 5 Gramm) Hagebutten pro Tag bekommen
  • Hunde bis 15 kg Körpergewicht erhalten täglich 1 Esslöffel (ca. 10 g)
  • Hunde bis 30 kg Körpergewicht erhalten täglich bis 2 Esslöffel (20 g)
  • Hunde über 30 kg Körpergewicht erhalten 2 bis 4 Esslöffel (20 bis 40 g)
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  • Meerschweinchen und Zwergkaninchen dürfen täglich bis zu 20 Gramm Hagebutten bekommen. Sie nehmen auch die ganzen Früchte gerne als Leckerei.
  • Ponys erhalten 10 bis 30 g
  • Pferde erhalten 30 bis 50 g

Bitte beachtet: Bei Überdosierung kann die Hagebutte Durchfall verursachen.

Für die Zweibeiner empfiehlt sich eine Zubereitung der Hagebutte als Tee (auch hierfür ist es sinnvoll, die Hagebutten zu zerkleinern). Besonders erfrischend und gesund ist eine wohlschmeckende „rote“ Teezubereitung aus Hagebutte und Malve, die man unbedingt probieren sollte.

Last but not least vertreibt die Hagebutte den Winterblues, denn ihre anregende Wirkung auf die Drüsen heben die Stimmung und sorgen für gute Laune.

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

 

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