Rote Beete

10.01.2015 14:16 | Inhaltsstoffe und Ihre Wirkung

 

Rote Beete

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

 

Der Name „Rote Beete“ (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Conditiva-Gruppe) leitet sich vom lateinischen Wort „beta“ ab, das in der Übersetzung als „Rübe“ definiert wird – insofern wäre vielleicht sogar die Schreibweise „Rote Bete“ korrekter, doch vielfach hat sich das doppelte E so stark eingebürgert, dass es lautmalerisch mit dem langen E seine Berechtigung erhält. Wer die Klippe der Schreibweise elegant umschiffen möchte, könnte die Rote Beete auch „Rote Rübe“ nennen oder – wie das im Süden Deutschlands üblich ist – sie als Rahne(r) oder Rande bezeichnen.

Doch ganz egal, welchen Namen man verwendet, die Rote Beete gehört stets zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) und ist mit der Zuckerrübe und dem Mangold verwandt. Wie diese ist sie eine Kulturform der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris).

Erste Berichte über die Heilwirkung der tollen Knolle reichen bis 2500 vor Christus zurück; in der griechischen und römischen Antike wurde Rote Bete gegen Hautentzündungen, Infektionskrankheiten und zur Kräftigung verordnet, im Mittelalter zur Behandlung von Blutkrankheiten verwendet. Mit den Römern kam sie zu den Germanen und erwarb sich schnell einen guten Ruf als blutbildendes Nahrungsmittel. Vermutlich verführte die auffällig rote Farbe die Menschen dazu, mit der Roten Beete eine Assoziation zur positiven Wirkung auf das Blut zu verknüpfen. Allerdings ist es nicht die kräftige Rotfärbung, die hauptsächlich auf der hohen Konzentration des Glykosids Betanin aus der Gruppe der Betalaine beruht, welche blutbildend wirkt. Vielmehr ist es unter anderem der hohe Eisen- Vitamin-B6 und Folsäuregehalt der roten Wurzel, auf welchen ihre blutverbessernden Eigenschaften basieren. Folsäure und Vitamin B6 sorgen für die Bildung neuer Blutzellen und das Eisen gilt als zentraler Baustein im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), der Sauerstoff in den Körper und Kohlendioxid aus dem Körper heraus transportiert – ohne Hämoglobin können die Blutkörperchen keinen Sauerstoff aus der Lunge zu den Organen transportieren und hierin liegt auch der Grund, weshalb Eisenmangel zu verminderter Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwäche und letztlich zu Blutarmut (Anämie) führt: Dem Organismus fehlt Sauerstoff!

Allerdings hängt eine verbesserte Leistungsfähigkeit, die vielfach festgestellt werden kann, wenn man beispielsweise selbst Rote Beete-Saft trinkt oder Rote Beete an Tiere verfüttert, nicht nur mit einem hohen Anteil an Eisen aus der roten Knolle zusammen, sondern auch mit dem hohen Nitratgehalt, den die Rote Beete in durchaus nennenswerten Mengen in sich einlagert – sie gelten im Übrigen nicht nur als Leistungssteigerer, sondern auch als blutdrucksenkend.

Leider bergen diese – eigentlich positiven – Substanzen ein großes Problem: Lagert man Rote Beete falsch (beispielsweise zu kalt), bilden sie für den Organismus schädliche Nitrite.

Wer sicher gehen möchte, kauft oder füttert statt Gemüse aus konventionellem Anbau nur Bio-Qualität, die weniger Nitrat enthält oder greift auf Olewo-Rote-Beete-Chips

 

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zurück, die sich durch einen kontrollieren Nitratwert auszeichnen und garantiert nicht nitratbelastet sind. Wer trotzdem lieber frische Rote Beete verwenden möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass die Rüben fest und prall und ohne schadhafte Stellen sind. Überdies sollten sie keine schwarze Flecken haben, die auf zu kalte Lagerung hindeuten.

Neben der Nitritproblematik besteht jedoch auch aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure in der Rote Beete ein Risiko für Patienten, die zur Bildung von Nierensteinen (Calciumoxalat-Steine) neigen, z. B. Morbus-Crohn-Patienten: Sie sollten Rote Beete und verwandte Gemüsesorten nur in Maßen genießen.

Eine rötliche Verfärbung von Körperausscheidungen wie Kot und Urin nach dem Verzehr einer größeren Menge von Rote Beete ist jedoch vollkommen harmlos.

 

Rote Beete – die tolle Knolle mit den vielen gesunden Inhaltsstoffen


Rote Beete enthält wertvolles Eiweiß, aber sie liefert auch die sehr wichtigen Spurenelemente

  • Eisen (blutbildend)
  • Kupfer (Gelenke, Konzentration)
  • Mangan (Knochen, Knorpel- und Bindegewebe, Entgiftung durch Stärkung der Leberfunktion)
  • Selen und Zink (Muskeln, Haut, Haare, Immunsystem)

in hohem Maß.

Darüber hinaus sind in Rote Beete Mineralstoffe wie

  • Kalium (Nerven, Muskulatur)
  • Calcium (Knochen, Zähne)
  • Magnesium (Muskulatur, Nerven)

und Vitamine wie

  • B 12und Folsäure (Haut, Haare, Zellaufbau und Zellregeneration, Arterien, Herz und Kreislauf)

enthalten.

Folsäure aktiviert überdies im Gehirn Botenstoffe für positives Empfinden und das in der Rote Beete enthaltene Betain ist auch als Trimethylglycin (TMG) bekannt, welches als "Stimmungsaufheller" gilt, weil es den Spiegel des Glückshormons Serotonin erhöhen kann.

 

Nährwerttabelle Rote Bete roh (pro 100 Gramm)

 

Energie

41 kcal / 175 kJ

Fett

0,1 g

Kohlenhydrate

8,4 g

Eiweiß

1,5 g

Ballaststoffe

2,5 g

 

 

Mineralstoffe

 

Natrium (Na)

60 mg

Kalium (K)

410 mg

Calcium (Ca)

15 mg

Magnesium (Mg)

25 mg

Phosphat (P)

45 mg

Spurenelemente

 

Eisen (Fe)

0,9 mg

Zink (Zn)

0,4 mg

Mangan (Mn)

0,5 mg

Selen (Se)

1 µg

Kupfer (Cu)

0,1 mg

Jod (I)

2,8 µg

Vitamine

 

Beta-Carotin (Provitamin A)

10 µg

Vitamin E

0,2 mg

Vitamin B1

0,02 mg

Vitamin B2

0,04 mg

Vitamin B3

0,3 mg

Vitamin B5

0,1 mg

Vitamin B6

0,05 mg

Folsäure (B9)

80 µg

Vitamin C

10 mg

Vitamin K

13,1 µg

Biotin

0,1 µg

 

In der Rote Beete sind überdies sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die auch als Bioaktivstoffe bezeichnet werden:

  • Anthozyane (Betain) – lässt Viren und Bakterien inaktiv werden und fördert den Abtransport von Krankheitserregern; stärkt die körpereigener Abwehr und die Leber
  • Flavonoide und Saponine – gelten als krebsvorbeugend und immunstimulierend sowie als verdauungsfördernd
  • der Farbstoff Betatin gilt als Polyphenol ebenfalls als Krebsschutz und immunsystemstärkend, außerdem als antioxidativ, blutdrucksenkend und antithrombotisch sowie appetitanregend

Rote Beete schreibt man folgende Wirkungen zu:

  • blutbildend
  • immunsteigernd
  • antioxidativ
  • entsäuernd
  • krampflösend
  • sekretionsfördernd

 

Leber und Galle


Der sekundäre Pflanzenstoff Betain, der reichlich in der Rote Beete enthalten ist, stimuliert die Funktion der Leberzellen, kräftigt die Gallenblase und hilft dabei, die Gallengänge gesund und frei zu halten. Damit unterstützt Rote Beete sowohl die reibungslose Verdauung, als auch den Stoffwechsel und versetzt den Körper in die Lage, Stoffwechselendprodukte und Toxine vollständig und zügig auszuscheiden.

 

Herz und Blutgefässe


Betain besitzt überdies die Fähigkeit, den Homocysteinspiegel zu senken. Hierbei handelt es sich um eine toxisch wirkende Aminosäure, die während des Proteinstoffwechsels im Organismus entsteht und normalerweise durch Weiterverarbeitung in die Aminosäure Cystein sofort wieder unschädlich gemacht wird. Allerdings kann es durch einen Folsäuremangel oder/ und einen Vitamin B-Mangel dazu kommen, dass der Homocysteinspiegel ansteigt und dies führt zu Schäden an den Gefäßen und damit zu einem erhöhten Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Überdies gelten die Inhaltsstoffe der Rote Beete als blutdrucksenkend.

 

Haut und Wundheilung


Die in der Rote Beete enthaltene Folsäure gilt als zellbildend und zellregenerierend und insofern trägt die tolle Knolle auch dazu bei, dass Wunden schneller heilen und die Haut eine starke Schutzbarriere aufbauen kann. Dies ist insbesondere für Tiere interessant, die unter Hautproblemen, wie Ekzemen oder Allergien (Flohbissallergie) leiden und Rote Beete unterstützt die Hautregeneration nach einem Parasitenbefall und die Abwehr gegen Hautparasiten.

 

Entgiftung und Immunstystem


Rote Bete unterstützen die Leberfunktion und damit die Entgiftung und die Reinigung des Organismus von Toxinen und Schlacken. Überdies unterstützen Rote Beete die körpereigenen Abwehrkräfte und sorgen für nein intaktes Immunsystem.

 

Krebs- und Schlaganfallprophylaxe


Rote Beete enthalten sowohl Beta-Carotin, als auch sekundäre Pflanzenstoffe, die präventiv gegen Krebs wirken können und bereits erfolgreich in der Tumortherapie ihren Einsatz finden konnten, denn sie haben eine stark antioxidative Wirkung und reduzieren durch Entschärfung bestimmter Zellgifte (z. B. Sauerstoffradikale) die Gefahr von Krebserkrankungen, aber auch von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Überdies verbessern hohe Betacarotin-Werte im Blut die Rekonvaleszenz und senken den Blutdruck. Damit erhöhen sie die Chance, sich nicht dem Risiko einer oft lebensbedrohlichen Komplikation der oft mit Bluthochdruck kombinierten Arterienverkalkung auszusetzen.

 

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

 

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