Moppelhü

07.12.2014 16:42 | Für Pferde

 

Moppelhüh

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Moppelhü

Rund und Gesund?

Dicke Pferde und ihr Bewegungsapparat


Das naheliegendste gesundheitliche Problem, das durch das Übergewicht beim Pferd auftreten kann, ist die Überlastung des Bewegungsapparates. Gelenke, Bänder und Sehnen verschleißen viel zu früh. Erkrankungen wie Arthrose, Spat und Hufrollensyndrom können die Folge sein.

 

Dicke Pferde und das Sommerekzem


Doch neben den offensichtlichen Folgen von zuviel Speck auf dem Pferd, gibt es leider auch Krankheiten, die durch eine zu gehaltvolle Nahrung verstärkt werden – das Sommerekzem ist ein Beispiel dafür.  Es wird sogar spekuliert, dass zu gehaltvolles Futter der Auslöser dafür ist, dass das Sommerekzem in Erscheinung tritt. Nachdem zu Anfang vor allem importierte Islandpferde, die aus ihrer Heimat eher karges Futter kennen, nach der Umstellung auf energiereicheres Kraftfutter unter Juckreiz litten, darf man annehmen, dass dem Problem unter anderem eine Stoffwechselstörung zugrunde liegt, die durch einen Überschuss an Energie aus dem Futter verursacht wird.

 

Dicke Jungpferde und Osteochondrosis dissecans (OCD)


Ein ganz besonderes Problem wird zuviel Speck für Jungpferde, die sich noch im Wachstum befinden. Gehaltvolles Futter „treibt“ die Größe – die Pferde erreichen ihr Endmaß deutlich früher, als extensiv gefütterte Aufzuchtpferde. Knochen, Gelenkknorpel, Bänder und Sehnen benötigen aber Zeit, um ihre Stabilität zu erreichen, die sie brauchen, um das Gewicht eines ausgewachsenen Pferdes zu tragen. Die Folge von einem, durch eine zu energiereiche Fütterung forciertes Wachstum, kann OCD (Osteochondrosis dissecans) sein. Hierbei handelt es sich um eine, immer häufiger bei Jungpferden auftretende Gelenkserkrankung des wachsenden Pferdes im Zuge der Skelettentwicklung.

 

Dicke Pferde und der Kreuzverschlag (paralytische Myoglobinurie)


Kohlenhydratreiches Futter birgt aber nicht nur das Risiko des Übergewichtes, denn Kohlehydrate werden in Glukose umgewandelt und diese wiederum als Glykogen in den Muskeln gespeichert, welche daraus ihre Energie beziehen. Wird nun mehr Glykogen gespeichert, als die Muskeln durch Beanspruchung verbrauchen, kann eine Stoffwechselstörung auftreten: der extrem schmerzhaften Kreuzverschlag (paralytische Myoglobinurie)-eine Entzündung der Rückenmuskulatur, die bei einer zucker- und stärkehaltige Fütterung, bei gleichzeitig ungenügender Bewegung auftreten kann.

Risikoreich ist auch der Wechsel zwischen einerseits extremer Belastung und andererseits reinen Weide- oder gar Stehtagen. Das ist auch der Grund, warum der Kreuzverschlag auch als „Montagskrankheit (Monday Morning Disease)“ bezeichnet wird: Sie tritt oft nach einer längeren Ruhezeit bei gleichzeitig üppiger Fütterung auf, der dann ein intensives Training folgt. Auffallend ist ein starkes Schwitzen bei plötzlich auftretender Steifheit. Das Pferd möchte sich nicht mehr bewegen, zittert, drückt häufig den Rücken nach unten und geht in eine „Sägebockhaltung“, stellt also die Vorderbeine nach vorne und die Hinterbeine nach hinten heraus. Im schlimmsten Fall knickt es mit den Hinterbeinen ein und legt sich fest. Besonders auf der Kruppe ist die Muskulatur stark verhärtet und durch den Myoglobinabbau kommt es zu einer rötlich-braunen Verfärbung des Urins.

Die Symptome treten durch eine Stoffwechselstörung auf, die mit der Glykogenspeicherung in der Muskulatur zusammenhängt. Kann nicht ausreichend Sauerstoff bereitgestellt werden, um die bei Beanspruchung der Muskeln entstehenden Abbauprodukte wie Laktat zu entsorgen, übersäuern die Muskeln und versagen. Es kann sogar zum Zerfall von Muskelzellen kommen. Das für die Speicherung von Sauerstoff in der Muskulatur zuständige Myoglobin, geht in den Blutkreislauf über und wird über die Niere ausgeschieden. Oft kommt es dabei auch zu einem lebensgefährlichen und vielfach auch irreversiblen Nierenschaden.

 

Dicke Pferde und ihre Leber


Leber und Niere sind die Organe, welche für den Abbau und den Abtransport von überschüssigen und/ oder für den Körper schädliche Substanzen zuständig sind.

Ein ständiges Überangebot von Proteinen überlastet die Leber und führt zu krankhaft erhöhten Leberwertenim Blutbild. Leider ist das regenerationsfähige Gewebe meist schon zum großen Teil zerstört, wenn das Blutbild den Hinweis auf eine krankhafte Veränderung der Leberfunktion liefert.

 

Dicke Pferde und ihre Nieren


Die von der Leber abgegebenen Giftstoffe müssen im Anschluss über die Nieren ausgeschieden werden. Sind aber nun auch die Nieren durch ein dauernd zu hohes Maß an Eiweiß und Kohlehydraten überlastet, so werden die Giftstoffe in Depots im Körper abgelagert und führen dort zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen - die Überlastung dieses Organs kann zu einer Niereninsuffizienz mit ihrem tödlichem Ausmaß führen.

 

Dicke Pferde und ihre Herz-Lungenaktivität


Übermäßige Fetteinlagerungen im Körper des Pferdes können auch die Herz- und Lungenaktivität einschränken.

 

Dicke Pferde und ihre Fruchtbarkeit


Übergewichtige Stuten zeigen oft kaum Rosse oder bilden Follikel, die nicht zur Ovulation kommen. Auch das Einnisten des Fötus im Uterus kann erschwert sein. Bei moppeligen Hengsten sinkt die Libido und die Spermienqualität.

 

Dicke Pferde und ihr Verdauungssystem


Die gesundheitsschädlichen Folgen von üppigem Futterangebot und damit verbundener Fettleibigkeit des Pferdes machen auch vor dem Verdauungstrakt nicht halt: Fettkügelchen können im Dünndarm-Gekröse Darmabschnitte blockieren und Koliken auslösen.

 

Dicke Pferde und die Hufrehe


Hufrehe ist eine aseptische diffuse Entzündung der Huflederhaut, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Sie ist eine der typischen Wohlstandsprobleme in der Pferdefütterung, denn der Grund, warum Hufrehe entsteht, liegt leider oft in einer zu üppigen, strukturlosen und kohlehydratreichen Fütterung begründet. Die führt zu einer explosionsartigen Vermehrung der Streptokokken (kohlenhydratspaltenden Bakterien) im Dickdarm und zu einem massiven Auftreten von Milchsäure, aufgrund der die rohfaserverdauenden Bakterien in großen Massen sterben. Es werden Giftstoffe (Endotoxine) freigesetzt, was zu einer Übersäuerung im gesamten Organismus führt.

In der Folge kommt es im Huf zu einer Entzündung, mit der eine lokale Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebsflüssigkeit und festen Bestandteilen (Blutkörperchen) aus den Blutgefäßen der Lederhautblättchen einhergeht. Es entsteht eine Schwellung mit Ödembildung. Extrem schmerzhalt ist hierbei der Flüssigkeitsaustritt bei gleichzeitig fehlender Ausdehnungsmöglichkeit im Huf. Hält die Entzündung und der Flüssigkeitsaustritt an, lösen sich die reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautblättchen (innen) von den Oberhautblättchen (außen). Das kann zu einer Hufbeinrotation und/ oder zu einer Hufbeinabsenkung führen. Im schlimmsten Fall kann es auch zum Ausschuhen kommen – der vollständigen Ablösung der Hornkapsel vom Huf.

 

Dicke Pferde und das Equine Metabolische Syndrom (EMS)


Eine Folge eines ständigen Überangebots von sehr gehaltvollem Futter kann zu einer Erkrankung des endokrinen Systems bei Pferden führen. In den USA wurde diese Symptomatik als Equines Metabolisches Syndrom (EMS) definiert. Allerdings wird es erst seit wenigen Jahren in der Veterinärmedizin bekannt und wird inzwischen über einen erhöhten Nüchterninsulinspiegel im Blutplasma diagnostiziert. Beim EMS-Pferd ist der Blutzuckerspiegel permanent zu hoch, wodurch der Zuckerstoffwechsel, respektive die Insulinfunktion gestört ist (Insulinresistenz): Die Zellen vor allem in Leber und Muskulatur reagieren nicht mehr richtig auf Insulin das außerdem in zu großen Mengen ausgeschüttet wird. Schuld daran ist das massive Fettgewebe, das Hormone produziert, welche die den Zuckerstoffwechsel und die Insulinfunktion aus dem gesunden Gleichgewicht bringen.

Typische Symptome für EMS sind:

  • der deutliche Fettansatz an Mähnenkamm
  • üppige Fettpolster an der Schulter und auf der Kruppe, oberhalb des Schweifansatzes, an der Penisscheide bei Wallachen und am Euter bei Stuten

Eine Folgeerkrankung der EMS ist die Hufrehe, weil ein zu hoher Blutzuckerspiegel zu Entzündungen in den Gefäßen führen kann. Man muss auch davon ausgehen, dass sich eine Disposition für das Sommerekzem durch eine EMS verstärken kann.

 

Dicke Pferde und Diabetes mellitus


Ein Mangel an Insulin und ein damit verbundene, dauerhaft erhöhte Blutglucose, wird beim Pferd (noch) relativ selten diagnostiziert, denn der Blutzuckerspiegel steigt nicht oft so sehr an, dass das Ausmaß eines Diabetes mellitus erreicht wird. Trotzdem besteht das Risiko dieser Folgeerscheinung einer ständiger Überfütterung. Vor allem kann ein sekundärer Diabetes durch EMS entstehen und Veterinärmediziner gehen davon aus, dass wenn suboptimale Haltungsbedingungen, wie zuviel und zu gehaltvolles Futter, sowie zuwenig Bewegung auf eine genetische Disposition für die Zuckerkrankheit trifft, das Risiko für Diabetes mellitus beim Pferd steigt.

Typische Symptome sind:

  • Vermehrtes Trinken und damit verbundenes häufiges Absetzen von Urin
  • Stumpfes, glanzloses Fell
  • Gestörter und unvollständiger Fellwechsel
  • Die Häufigkeit von Entzündungen, wie Hufrehe steigt
  • Leistungsfähigkeit sinkt

Diagnostiziert wird eine Diabetes mellitus durch Blutuntersuchungen und Urinuntersuchungen

 

Der Speck muss weg!


Pferde auf Diät zu setzen, ist nicht ganz einfach, denn ihr Verdauungssystem ist auf ständige Futterzufuhr ausgelegt und reagiert empfindlich auf plötzlichen Futterentzug. Bekommen Magen und Darm nicht mindestens alle drei Stunden etwas zu tun, können Koliken oder sogar Magengeschwüre die Folge sein.

Entzieht man übergewichtigen Pferden das Futter sogar plötzlich total, droht außerdem eine lebensbedrohliche Störung des Fettstoffwechsels, die sogenannte Hyperlipämie. Der Grund dafür ist das Freisetzen großer Mengen Fett aus den Depots. Die Leber ist mit der Verstoffwechselung solcher Fettmengen überfordert und das Fett gerät ins Blut. Der Gesamtfettgehalt im Blutplasma steigt über den Maximalwert. In der Folge wird das Plasma trüb und milchig, die Pulsfrequenz erhöht sich aufgrund einer fettbedingten Degeneration des Herzmuskels. Symptome der Hyperlipämie sind:

  • Apathie
  • Bewegungsunlust
  • Verweigerung von Futter und Wasser

Im schlimmsten Fall kommt es zum Leber- und Nierenversagen, was häufig zum Tod des Pferdes führt.

Radikaldiäten beim Pferd können überdies auch zu einer akuten und besonders schweren  Entzündung des Blinddarmsund des anschließenden Dickdarmabschnitts, den man Colon ascendens nennt, führen – der Colitis X. Anzunehmen ist, dass eine Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora von entscheidender Bedeutung ist. Besonders bestimmte Clostridien (Clostridium difficile undClostridium perfringens) – Bakterien, die eigentlich zur normalen Darmflora gehören und mit dem Kot ausgeschieden werden - vermehren sich im Darm eines erkrankten Pferdes unverhältnismäßig stark. Dabei setzen sie Giftstoffe (Endotoxine) frei. Die werden über die Darmwand in das Blut aufgenommen und führen so zu einem Endotoxinschock. Dazu kommt, dass die Darmwand von Blinddarm und Kolon sehr stark entzündet ist und dadurch eine verstärkte Durchblutung der Darmwand stattfindet. In der Folge gehen große Mengen Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in den Darminhalt verloren. Das Pferd leidet unter unstillbaren, teilweise sogar blutigen und wässrigen Durchfällen. Trotzdem ist die Darmperistaltik – anders als bei „normalem“ Durchfall – herabgesetzt. Weil dadurch das Blut eindickt, erleidet das erkrankte Pferd zusätzlich einen Volumenmangelschock. Durch die starke Entzündung der Darmwand kommt es schließlich zu einem Absterben von Darmwandteilen.

Erste Symptome sind:

  • große Mattigkeit, Apathie und Futterverweigerung
  • Zusätzlich treten leichte Koliksymptome auf.
  • Dazu kommen Schocksymptome
  • und hochgradiger wässriger, später blutiger Durchfall

Leider ist die Heilungsprognose schlecht – nur 30 bis 50 % der erkrankten Pferde überleben die Krankheit.

Um keine gesundheitsgefährdenten Risiken beim Abnehmen einzugehen, sollte die Reduktion des Futters wohlüberlegt und nur in Maßen erfolgen. Idealerweise sollte zuerst das Kraftfutter allmählich verringert werden. Je nach Anforderung, die an das Pferd gestellt werden, ist zu überlegen, ob es überhaupt Kraftfutter braucht oder ob ein sehr hochwertiges Heu und ein naturnahes Mineralfutter seinen Energiebedarf decken. Eine Fütterungsanalyse kann bei diesem Entscheid wertvolle Hinweise liefern.

Wie schwer es natürlich ist, wenn man seinem Liebling zu den Fütterungszeiten nichts in den Trog geben darf, weiß ich aus eigener Erfahrung – mein „Moppelhüh“ bekommt abends auch nur die Alibi-Handvoll Hafer, in die ich seine „Abnehmkräuter“ mische. Morgens erhält er Obst oder Gemüse – also zwei oder drei Möhren, Äpfel, Birnen oder auch mal eine halbe Banane. Wer ganz auf Getreide verzichten möchte oder verzichten kann, der darf seinem Diätkandidaten auch eine kleine Portion eingeweichte Heucobs füttern. Mais oder Gerste enthalten hingegen relativ viel Energie. Wer aufgrund eines regelmäßigen Trainings nicht auf Getreide verzichten kann, sollte also besser auf Hafer umsteigen.

Bei übergewichtigen Sportpferden kann natürlich die Motivation und die Leistungsfähigkeit leiden, wenn man sie nur mit Heu und einem naturnahen Mineralfutter ernährt. Aus meiner Erfahrung möchte ich aber unbedingt zu einer Rationsberechnung raten, bevor Pülverchen und Mittelchen gegeben werden, die man auch nicht nach den Motto: „Nützen sie nichts – schaden sie wenigstens auch nicht“ geben sollte. Auch Diätmüslis sind vielfach Augenwischerei. Einige Sorten enthalten trotzdem 20 % Stärke und 8 % Zucker, also die klassischen Dickmacher – hier wird lediglich der Proteingehalt reduziert. Der Organismus von Sportpferden benötigt aber Eiweiß zum Aufbau und Erhalt der Muskulatur und insofern ist man besser beraten, wenn man die Futterration berechnet, auf Fertigfutter verzichtet und die Nahrung des Pferdes selbst zusammenstellt.

Ich bin als Tierheilpraktikerin auch kein Freund von Kräutermüslis, die meist synthetisch hergestellte ätherische Öle enthalten, damit sie nach „Kräutern“ duften. Wer jedoch nachrechnet, wie viel Kräuter wirklich enthalten sein könnten, wird zum Fazit kommen, dass es zu wenig sein werden, um zu wirken. Außerdem sollten Kräuter nur kurmässig verabreicht werden und nicht dauerhaft mit dem Kraftfutter in den Trog wandern.

Insofern füttere ich meinem Moppelhüh ca. 6 Kilogramm Heu von sehr hoher Qualität und zu den Fütterungszeiten bekommt er etwas Obst oder Gemüse in den Trog, damit er nicht futterneidisch oder frustriert wird, wenn der Boxennachbar seine Portion genießt. Abends bekommt er eine Handvoll Hafer – ca. 250 g.

Tagsüber steht er auf einer sehr mageren Weide und natürlich lieferte er die Inspiration zur

„Abnehmkräuterkur Moppelhüh“.

Moppelhü

 

 Um zur Kräutermischung im Shop zu gelangen, einfach oberes Bild anklicken.

 

Die besteht aus:

  • Ingwer
  • Mariendistelsamen
  • Schafgarbe
  • Löwenzahnwurzel mit Kraut
  • Fenchel
  • Gänseblümchen
  • Goldrute
  • Kamille
  • Pfefferminze

Zur Aktivierung des Stoffwechsels trägt vor allem die durchblutungsfördernde Ingwerwurzel bei. Die Unterstützung der Entschlackung und Entgiftung des Organismus unterstützen die Löwenzahnwurzel mit Kraut mit ihrer ausleitenden Wirkung, die Schafgarbe mit ihrer blutreinigenden Wirkung und der Fenchel kurbelt die Verdauung an. Das Gänseblümchen regt den Stoffwechsel an und hilft beim Ausleiten und Entschlacken. Ergänzend wirken die Goldrute und die Kamille mit ihren harntreibende und blutreinigenden Eigenschaften. Nicht fehlen darf natürlich die Mariendistel, als leberstärkende Pflanze, welche die Entgiftung unterstützt. Abgerundet wird die Mischung durch die magenstärkende Pfefferminze, die überdies für gute Akzeptanz – auch bei mäkeligeren Pferden – sorgt.

Ich füge der Mischung jeweils noch 15 g gemahlenen Zimt hinzu, denn der reguliert den Blutzuckerspiegel und wird für EMS-Pferde empfohlen.

Zimt

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Da ich lieber vorbeuge, als zu heilen, ist dies aber eher eine prophylaktische Maßnahme, deren intensiver Geruch manche Pferde stören könnte – hier geht probieren über studieren.

Mein Moppelhüh ist da nun kein Maß der Dinge, denn er ist nicht wählerisch und frisst die Kräutermischung sogar ohne Beigaben wie Hafer oder eingeweichte Heucobs. Aber der leicht zitronige Geruch der geringen Menge Ingwer kann bei mäkeligen Pferden als störend empfunden werden. Grundsätzlich finde ich – und mein Moppelhüh – dass der Duft der Pfefferminze das Aroma des Ingwers überdeckt. Ein wenig Apfelmus kann aber für bessere Akzeptanz sorgen.

Um auch die Bedenken all derer auszuräumen, die mit Ingwer die Schmerzlinderung bei Lahmheiten assoziieren: In dieser Kräutermischung wird lediglich die niedrigste Wohlfühldosis wirksam, die noch keine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung hat. Ihr dürft Eure Pferde also unbesorgt reiten, ohne Euch zu fragen, ob Ihr es vielleicht nicht merken würdet, wenn sie lahmen.

Im Prinzip ist Bewegung sogar gerade beim Abnehmen unerlässlich. Gemütliche Schrittausritte sind aber leider – so entspannend und wichtig sie zwischendurch auch sind – der Reduktion der Kilos wenig förderlich. Die Übergänge zwischen Trab und Galopp, Tempowechsel durch Zulegen und Versammeln oder eine etwas längere Galoppstrecke fördern hingegen die Fettverbrennung und den Muskelaufbau. Stangenarbeit sorgt für Abwechslung. Allerdings muss das Training auch der Kondition des Pferdes angepasst werden, denn nach Monaten des dolce far niente mit dem untrainierten Moppelchen einen dreistündigen Ausritt anzustreben und es über kilometerlange Galoppstrecken zu jagen, wäre nicht nur kontraproduktiv, sondern überdies gesundheitsgefährdend. Eine plötzliche Überforderung kann zu einem Kreuzverschlag oder zur Hyperlipidämie führen. Darum gilt: Der langsame Aufbau des Pensums und kurze, intensive Intervalle, die vom Schrittreiten, vom entspannenden Zügel aus der Hand kauen lassen oder vorwärts-abwärts Reiten abgelöst werden, machen das Pferd fit, bauen stetig mehr Kondition und Muskeln auf und sorgen dafür, das die Fettpolster schwinden.

Wir wünschen Euch einen erfolgreichen Kampf gegen die Kilos!

Genuss für Sie

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

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