Magenfit

08.12.2014 11:56 | Für Pferde

 

Magenfit

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

 

Habt Ihr Pferde, welche besonders magensensibel sind, zu Koliken, Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwüren neigen ? Dann dürfte Euch unsere Heilkräutermischung "Magenfit für Pferde" ansprechen:

Magenfit

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Liest man die aktuellen Statistiken über die Häufigkeit von Magengeschwüren beim Pferd, findet man erschreckende Zahlen:

  • 25 - 50 % der zwei bis vier Wochen alten Fohlen
  • 60 % der älteren Fohlen
  • 60 % der Turnierpferde im Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssport
  • 60 – 80 % der Trabrennpferde
  • 90 % der Vollblutpferde im Galopprennsport
  • 30 % der Freizeitpferde in leichter Arbeit die ohne Prüfungsambitionen geritten werden
  • 70 % der Freizeitpferde bei Boxenhaltung und prüfungsambitioniertem Training

leiden an Magengeschwüren.

Lediglich bei ausschließlich auf der Weide gehaltenen Pferden liegt die Inzidenzrate bei unter 10%.

 

Magenprobleme beim Pferd entstehen


  • durch eine falsche, rohfaserarme und/ oder getreidelastige Fütterung oder zu große Abstände zwischen den Fütterungen
  • durch Stress, hervorgerufen durch eine ungünstige Herdenkonstellation, durch einen Stallwechsel, Trennung von der Herde oder das Absetzen der Fohlen von der Mutterstute, durch Überforderung beim Training oder durch Turniereinsätze und Transporte
  • Parasiten, Bakterien, Infektionen
  • Medikamentengaben
  • Schmerzen oder Krankheiten

 

Entstehung, Symptome und Gefahren von Magengeschwüren


Zusammenfassen kann man das Fazit ziehen, dass es sich beim Magengeschwür beim Pferd um ein multifaktorielles (vielschichtiges) Geschehen handelt, das viele Ursachen findet.

Sie führen jedoch alle zum gleichen Problem: Einem Überschuss der im Magen vorhandenen Säure und einem Mangel der Faktoren (Säurepuffer Bikarbonat aus dem Speichel, Schleimschicht, welche die Magenschleimhaut selbst produziert), welche die Magenschleimhaut vor dem Säureangriff schützen. Das führt dazu, dass die Magenschleimhaut angegriffen und gereizt werden kann. Es können in der Folge Magengeschwüre entstehen, die sich als abgegrenzte Bereiche in der Magenwand darstellen, an denen die den Magen auskleidende Schleimhaut oder sogar die darunter liegenden Teile der Magenwand zerstört sind.

Das Magengeschwür hat nicht nur viele Namen wie Magenulkus, Ulzerative Gastropathie, Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS), sondern auch viele Gesichter.

Tatsächlich gibt es sogar Magengeschwüre, die zu keinerlei Symptomen führen. Das größere Problem ist jedoch, die Symptome als Anzeichen eines Magengeschwürs zu deuten. Sie sind nämlich oft so unspezifisch, dass man ihr Vorhandensein häufig erst nach einer erfolgreichen Therapie erkennt. Zum Beispiel wenn das Pferd plötzlich mehr Appetit entwickelt als zuvor, sein Verhalten sich zum Positiven verändert oder eine höhere Leistungsbereitschaft als vor der Behandlung feststellbar wird.

Häufiger findet man jedoch eines oder mehrere der folgenden klinischen Symptome, die unterschiedlich deutlich ausgeprägt sein können:

Ausgewachsenes Pferd:

  • Appetitlosigkeit, verbunden mit wählerischem (selektiven) Fressen
  • Gestörtes Fress- und Trinkverhalten

Oft kann man beobachten, dass Pferde mit vorhandenem Magengeschwür zuerst Interesse am Futter zeigen, plötzlich jedoch die Futteraufnahme nach kurzer Zeit wieder abbrechen.

  • Stetig wiederkehrende Koliken

Meist erscheinen die Symptome in abgemilderter Form und dauern nur kurz an

  • Vermehrtes Schlecken, Speicheln, Aufstoßen oder Koppen

Die Pferde versuchen dem „Sodbrennen“ durch Aufstoßen, Schlecken oder Koppen entgegen zu wirken. Durch die vermehrte Magensäurebildung wird die Speichelbildung in Gang gesetzt

  • Zähneknirschen oder Kauen ohne Futter

Oft stehen die betroffenen Pferde vor dem Futter und knirschen hörbar mit den Zähnen oder kauen, ohne Futter aufgenommen zu haben

  • Leistungsabfall, Müdigkeit, teilweise verbunden mit häufigem Gähnen
  • Apathie
  • Gestörtes Allgemeinbefinden
  • Gewichtsverlust
  • Aufgetriebner „Trommelbauch“
  • stumpfes Fell
  • Säuerlicher Geruch aus dem Maul
  • Häufiges Flehmen
  • häufig auch immer wiederkehrender Durchfall

 

Fohlen:

  • Durchfall
  • Kolik
  • Rückenlage
  • Unterbrochenes Saugen
  • Starkes Speicheln
  • Zähneknirschen und/ oder Kauen ohne Futter
  • Schlechter Entwicklungszustand
  • Struppiges Haarkleid
  • Aufgedunsener Bauch
  • Fieber
  • Veränderung des Blutbildes

Dass die Auswirkungen eines Magengeschwürs das Wohlbefinden des Pferdes drastisch einschränken, ist keine Frage. Trotzdem würden Magengeschwüre auch ganz ohne behandelnde Therapie innerhalb von drei bis sechs Monaten abheilen – vorausgesetzt, dass der oder die auslösenden Faktoren beseitigt werden.

Allerdings besteht bei jedem Magengeschwür auch die Gefahr einer Komplikation, die damit hervorgerufen werden kann. Betroffen können davon der Bereich der Speiseröhre, des Magens und des Dünndarmes sein, denn beim Abheilen der Magengeschwüre entstehen Narben. Im Bereich des Magenausgangs und des anschließenden Darmabschnitts (Duodenum) können die zu Engpässen führen und die Passage des Nahrungsbreis beeinträchtigen. Dieser kann sich dann in den Magen zurück stauen. Die Folgen können Verstopfungen und Koliken sein.

In Fällen, in denen der Abfluss aus dem Magen durch Narben behindert ist, kann die Engstelle operativ erweitert werden. Allerdings ist diese Operation beim ausgewachsenen Pferd aufgrund der Größenverhältnisse meistens nicht machbar, während sie beim Fohlen gut durchgeführt werden kann.

Darüber hinaus können Magengeschwüre in den Magen hinein bluten. Im schlimmsten Fall „frisst“ sich das Geschwür durch die gesamte Magenwand. Weil dadurch ein Loch entsteht, spricht man dann von einem durchgebrochenen oder perforierten Geschwür. Der Durchbruch eines Magengeschwürs in den Bauchraum kann zu einer schwer heilbaren Bauchhöhleninfektion führen. Auch der Durchtritt des Mageninhaltes ist möglich. In diesem Fall könnte es zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kommen, die mit Fieber, Schock und schwersten Koliksymptomen einhergeht. Die Heilungsprognose ist schlecht, denn meist führt diese Komplikation zum Tod des Pferdes.

Es ist also doch sinnvoll, die Abheilung des Magengeschwürs durch eine Behandlung zu unterstützen.

 

Therapie gegen Magengeschwüre mit Heilkräutern


Die Phytotherapie hält einige Heilkräuter bereit, welche die Magengeschwüre bei der Heilung unterstützen können.

Hierzu gehören:

  • Mädesüßkraut: Es hilft dabei , die Schleimhäute zu beruhigen und wieder herzustellen und wird zum Schutzes des Magen und des Darms eingesetzt und wirkt Sodbrennen, Magengeschwüren und Gastritis entgegen
  • Kamille: Besonders bekannt ist ihre heilende, krampflösende und schmerzlindernde Wirkung auf den Magen-Darmtrakt und in einer Mischung zusammen mit Fenchel, Anis und Kümmel bei Neigungen zu Kolik, Durchfall oder Verstopfung kann sie solchen Problemen vorbeugen und sogar bei stressanfälligen, nervösen Pferden, welche zu Krampfkoliken neigen, gleichzeitig an zwei Stellen heilen, indem Kamille den Verdauungstrakt und das Gemüt entspannt. Bei Magengeschwüren ist ihre antibakterielle Wirkung relevant, denn sie wirkt Entzündungen im Magen und Darm entgegen
  • Anis: Seinepositiven Eigenschaften als verdauungsförderndes Mittel gegen Blähungen und seine verdauungsfördernde, krampflösende und entspannende Wirkung im Bereich der Magen-Darmproblemen macht seinen Einsatz bei Neigung zu Koliken sinnvoll.
  • Fenchel : Vor allem als Mittel gegen Magenprobleme ist der Fenchel zusammen mit Anis und Kamille im Prinzip das Mittel überhaupt bei Neigung zu Koliken und Verdauungsproblemen, denn er löst Krämpfe und Blähungen und kann bei allen Verdauungsproblemen angewendet werden. Seine entzündungshemmende Wirkung unterstütz das Abheilen von Magengeschwüren
  • Kümmel: Als Magenmittel hat sich das ätherische Öl des Kümmels bewährt, denn es verhindert Blähungen und wirkt entkrampfend, weil es die Magensaftsekretion anregt und so die Verdauung fördert. Damit ist Kümmel ein sehr gutes Heilmittel zur Vorbeugung bei Pferden, die zu Koliken neigen und kann bei Futterumstellung oder Stress Magen- und Darmtrakt beruhigen.
  • Hopfen: Er bewährt sich bei der Anwendung gegen nervöse Unruhe bis hin zu Angstzuständen, aber er wirkt auch krampflösend bei Magenbeschwerden, hat entblähende Eigenschaften und hilft gegen Anfälligkeit für nervöse Magenbeschwerden, wie Durchfall oder Stresskoliken. Neben der beruhigenden Wirkung des Hopfens wirkt er aufgrund seiner speziellen Bitterstoffe auch antibakteriell, also bakterientötend, entzündungshemmend und schmerzstillend
  • Pfefferminze: Ihr Hauptanwendungsgebiet ist der positive Einfluss, welchen sie auf den Magen-Darmtrakt ausübt, denn sie ist verdauungsfördernd, entblähend, wirkt gegen Durchfall und krampflösend bei der Neigung zu Koliken.
  • Melisse: Die traditionelle Anwendung findet die Melisse zur Beruhigung des Nervensystems, womit sie gegen stressbedingte Koliken und vorbeugend gegen Magengeschwüre helfen kann. Sie wird auch als Mittel zur Hilfe bei Verdauungsbeschwerden aufgrund ihrer entblähenden und krampflösenden Wirkung verwendet.
  • Malve: Die zarte Pflanze eignet sich nicht zur Aufkochung, sondern sollte nur als Kaltauszug Anwendung finden, weil sonst ihre wertvollen und hilfreichen Schleimstoffe, welche einhüllend auf die Magenschleimhaut wirken, zerstört würden
  • Oregano: Wirkt antioxidativ, was bedeutet, dass oxidative Schäden an kleinen Kapillaren sinken. Außerdem hemmt Oregano das Bakterium Helicobacter pylori, das Magengeschwüre auslösen kann und Botenstoffe, die zu unkontrolliertem Gewebewachstum und Gewebeschäden führen
  • Bockshornkleesamen: Er ist ein hervorragendes Mittel bei allgemeiner Schwäche des Körpers und des Organismus ist und in Zeiten der Rekonvaleszenz eine gute Hilfe sein kann, um Pferde wieder ans Fressen zu bekommen, denn besonders bewährt hat sich der Einsatz von Bockshornkleesamen auch als Appetitanreger bei schwerfuttrigen Pferden, bei älteren Pferden zum Entgegenwirken von Gewichtsverlust durch schlechte Verdauung und zum Auffüttern bei mageren Tieren, sowie als Mittel zur Vorbeugung gegen Verdauungsprobleme
  • Ulmenrinde: Im Bast der inneren Ulmenrinde befindet sich der wertvolle Schleim, welcher dem des Leinsamens in seiner magenfreundlichen Wirkung nicht unähnlich ist. Er enthält Hexosen, Pentosen, Methylpentoses, Hexosans (Zuckermolekül-Verbindungen) und Polyuronide (Pektin) sowie Gerbsäuren (3 %), Stärke, Mineralien, Phytoesterols (Cholesterin), Sesquiterpene (Moose), Kalziumoxalat; ferner Fettsäuren, wie Caprylic Acid, die bei der Anwendung Pilzbefall verhindern (Candidapilz). Bekannt wurde die Ulmenrinde in Verbindung mit der natürlichen Entwurmung und Entgiftung, denn ihr Schleim erfasst Abfallstoffe in allen Bereichen des Körpers, einschließlich Darm, und hilft dann, sie auszuscheiden. Somit können auch die abgetöteten Würmer ausgeleitet werden. Der Grund für ihre entgiftende Wirkung ist vor allem die Reflexanregung der Nervenenden im Magen- und Darmbereich, welche zur Absonderung des Schleims durch die Membranen der urinausscheidenden Organe führt. Ulmenrinde wird in der Regel von Tieren (auch von Katzen) sehr gerne genommen, weil sie mild und süßlich schmeckt. Ulmenrinde kann auch den Appetit anregen und beim Zunehmen helfen, wenn die Tiere trotz guten Appetits abnehmen.
     

Die Kräuter sind in der Kräutermischung „Magenfit“ für Pferde mit Magengeschwür, vermehrter Magensäureproduktion, empfindlichem Magen und Kolikneigung enthalten.

 

Vorbeugung gegen Magengeschwüre: Vermeidung von unnötigem Stress und Futterumstellung


Leider sind Neuerkrankungen aufgrund der Neigung einiger Pferde für diese Krankheit jederzeit möglich, solange die Faktoren, die zur Magenschleimhautentzündung und zum Magengeschwür führten, nicht beseitigt werden.

Besonders wichtig ist natürlich die Vermeidung von Stress. Allen Stress jedoch vermeiden zu wollen, hieße jedoch, die gesamte Domestikation des Pferdes in Frage zu stellen, denn wo man Pferde sportlich nutzt, werden sie immer Stress ausgesetzt sein. Darüber hinaus bleibt ein Pferd, das ausschließlich auf der Weide steht, auch nicht vom Stress verschont. Trotzdem sollte gerade bei magensensiblen Pferden auf eine artgerechte Haltung und ein entspannter Umgang geachtet werden, denn schon das Bemühen, die Hektik der heutigen Zeit, die auch uns Magengeschwüre bereitet, nicht auf unseren Partner Pferd zu übertragen, kann eine effiziente Magengeschwür-Prophylaxe sein.

Eine primäre Rolle spielt die Fütterung, denn möglichst kleine Kraftfutterportionen beugen der Entstehung von Magengeschwüren vor. Außerdem ist rohfaser- und pektinreiches Futter (Mashfütterung) und Heu jedem stärkereichem Getreide, wie Gerste, Mais, Weizen oder Dinkel (auch in Form von Müsli), vorzuziehen. Selbstverständlich sollte das Heu von bester Qualität und nicht mit Schimmel kontaminiert sein. Auch Silage ist für Pferde mit einer vorliegenden Magensäureproblematik tabu, denn sie ist mit Histamin belastet und das ist als Auslöser von Sodbrennen bekannt.

Hilfreich bei der Heilung von Magengeschwüren ist möglich naturbelassenes Futter ohne Zusätze wie Aromastoffe und Konservierungsmittel.

Am wohlsten ist es Pferden, die ein Magengeschwür haben, auf der Weide, wenn sie sich von Gras ernähren dürfen.

Wenn Getreide gefüttert werden soll, empfiehlt sich eher fusarienfreier Hafer (frei von Schimmelpilzgiften), als andere Getreidesorten. Idealerweise sollte der Hafer gekocht verfüttert werden. Allerdings gilt auch hierbei, dass Heu immer vor dem Kraftfutter gegeben werden muss, damit genügend Speichel gebildet und geschluckt werden konnte, der Bikarbonat enthält und die Magensäure vor der Magenschleimhaut abpuffert.

Leinsamen, gekocht und handwarm ins Futter gerührt, enthält besonders viele Schleimstoffe, die sich heilend und schützend über die Magenschleimhaut legen.

Mash sollte möglichst wenig Weizenkleie enthalten, denn sie ist wiederum stärkereich. Auch Rübenschnitzel sollten möglichst weitgehend entzuckert verfüttert werden. Dann eignen sie sich aber sehr gut, um sie als handwarmes Breichen mit der Kräutermischung „Magenfit“ und gekochtem Leinsamen (für den täglichen Gebrauch können auch eingemischte Leinkuchenflakes verwendet werden) zu verfüttern.

Natürlich soll die Kräutermischung nicht den Tierarzt ersetzen, aber wir haben sie über einen längeren Zeitraum mit großem Erfolg an Pferden mit Magengeschwür und magenempfindlichen Pferden getestet: Unsere Testpferde mit Magenproblematik haben keine Koliken mehr, fressen mit gutem Appetit, nehmen zu, finden zu ihrer Leistungsbereitschaft zurück, sind weniger stressanfällig und fühlen sich rundum wohl.

 

Anwendung


Die Kräutermischung Magenfit kann einfach unter das Kraftfutter oder ins Mash gemischt werden. Bei Fütterung der trockenen Kräuter empfiehlt es sich, die Kräuter leicht anzufeuchten – ein Esslöffel Honig verbessert die Akzeptanz bei futtersensiblen Pferden. Selbstverständlich kann die tägliche Kräuterdosis auch mit kochendem Wasser überbrüht und dann auf handwarme Temperatur abgekühlt unters Futter gerührt werden – die Kräuter dürfen auch hierbei ruhig mitgefressen werden.

  • Warmblutpferde erhalten 50 g pro Tag
  • Kleinpferde erhalten 40 g pro Tag
  • Ponys erhalten 30 g pro Tag

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

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