Winterspiele

08.12.2014 07:45 | Für Pferde

 

Vielleicht könnt Ihr die Pferdekräutermischung schon erschnuppert, denn sie duftet nach Anis, Fenchel, Kamille, Spitzwegerich, Echinacea, Hagebutten, Äpfeln, Schwarzkümmel, Süßholzwurzel und nach isländischem Moos … Ihr ahnt es schon?

Ja, richtig geraten! Es geht um die

Winterspiele

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

 

Wir präsentieren sie hier, weil der erste Schnee in den Niederungen fallen soll - ob er das dann auch tut, wissen wir, wenn’s draußen weiß ist ;-)

Es ist also höchste Zeit, das Immunsystem unserer Pferde zu stärken und ihre Atemwege zu unterstützen! Schließlich sollen sie die herrlichen Ausritte durch den Schnee genauso doch genauso unbeschwert genießen können, wie wir und nicht zu schnell außer Puste geraten!

Momentan sind unsere Pferde ja entweder gerade dick winterbeplüscht oder bereits von der üppigen Winterfrisur mit der Schermaschine befreit worden – aber in jedem Fall gilt, dass sich durch das Schwitzen auch die Gefahr erhöht, dass sich die Pferde erkälten. Sorgfältiges Trockenreiten, eine Abschwitzdecke oder gar ein Solarium sind natürlich gute Helfer, um das Winterfell (oder die nach dem Scheren übrig gebliebenen Haare) wieder trocken zu bekommen, aber wenn der Pferdebesitzer mit der Kräutermischung Winterspiele einem Infekt vorbeugt, können die Pferde auch frostigen Temperaturen trotzen … und die „Nackigen“ sind nach dem Ausdecken nicht so sehr dem Risiko ausgesetzt, sich beim Putzen eine Erkältung einzufangen.

Winterspiele

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  • In den Winterspielen ist natürlich Spitzwegerichkraut enthalten, denn das enthält Wirkstoffe, die mit dem Antibiotika vergleichbar sind – nur pflanzlich, natürlich und ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Aber der Spitzwegerich hat überdies ein breites Spektrum von Heilwirkungen: Seine Haupteinsatzgebiete sind jedoch die Atemwege und die Haut, denn die Pflanze wirkt sehr gut gegen alle entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, und so ist der Spitzwegerich ein erfolgreiches und gleichzeitig altbewährtes Hustenmittel, welches gerade bei besonders hartnäckiger und zäher Verschleimung, Bronchitis und Katharren der oberen Atemwege, sowie Bronchialkatharr seinen Einsatz findet. Der Spitzwegerich ist aber nicht nur für die Atmungsorgane hilfreich, sondern fördert auch die Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Vor allem seine Wurzel wird auch bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege angewendet, denn sie wirkt entzündungshemmend und harntreibend und wird auch bei Blasen- und Leberschwäche zur Stärkung eingesetzt. Die entwässernde Wirkung kann auch bei Ödemen helfen. Im Bereich des Verdauungstrakts hat sie eine wichtige Funktion bei der Ablösung der Ablagerungen im Darm und findet deshalb Verwendung in den Darmreinigungsprogrammen. Ihr Schleim besitzt überdies eine einhüllende und Schleimhautschützende Wirkung bei Magenschleimhautentzündungen. Damit hilft Spitzwegerich auch gegen Verstopfung und Durchfall und bei Neigung zu Koliken.
  • Nicht in den Winterspielen fehlen darf die Kamille. Sie ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa und ihr typisch intensiver Duft entfaltet sich nicht erst bei der Anwendung, sondern steigt einem bereits in die Nase, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Besonders bekannt ist ihre heilsame Wirkung im Bereich der Atemwege, wo sie gegen Husten, bzw. nahezu alle Atemwegserkrankungen und andere Erkältungskrankheiten hilft. Überdies kennt man natürlich ihre heilende, krampflösende und schmerzlindernde Wirkung auf den Magen-Darmtrakt und in einer Mischung zusammen mit Fenchel, Anis und Kümmel bei Neigungen zu Kolik, Durchfall oder Verstopfung kann sie solchen Problemen vorbeugen und sogar bei stressanfälligen, nervösen Pferden, welche zu Krampfkoliken neigen, gleichzeitig an zwei Stellen heilen, indem Kamille den Verdauungstrakt und das Gemüt entspannt. Auch ihre antibakterielle Wirkung wird im Bereich der innerlichen Anwendung sehr geschätzt, denn bei Entzündungen im Magen, Darm oder in den Harnwegen macht sie Krankheitskeimen das Leben deutlich schwerer und hilft sie auszuschwemmen durch ihre harntreibende Wirkung. Hier ist auch die blutreinigende, entgiftende (Harnsäure) und stoffwechselfördernde Eigenschaft der Kamille beachtlich.
  • Ebenfalls enthalten ist der Fenchel in den Winterspielen. Er ist schon seit Jahrtausenden in der Heilkunde vor allem als Mittel gegen Magenprobleme in vielen Teilen der Welt verbreitet und bei Pferden ist der Fenchel zusammen mit Anis und Kamille im Prinzip das Mittel überhaupt bei Neigung zu Koliken und Verdauungsproblemen, denn er löst Krämpfe und Blähungen und kann bei allen Verdauungsproblemen angewendet werden. Fenchel in Verbindung mit Honig ist auch Bestandteil von Hustenteemischungen, denn er ist schleimlösend und fördert den Auswurf bei Bronchitis durch seinen hohen Anteil an ätherischen Ölen, wie Anethol, Estragol, Flavonoide (wie Rutin). Sie bewirken außerdem seine krampflösende, entzündungshemmende und harntreibende Eigenschaft und lassen ihn auch antibakteriell wirken
  • In den Winterspielen darf natürlich auch der Schwarzkümmel nicht fehlen, von dem man sagt, er könne alle Krankheiten heilen, außer den Tod – und tatsächlich scheint der Schwarzkümmel ein Allheilmittel zu sein, denn er findet seinen Einsatz bei allen Atemwegserkrankungen von Bronchitis und Husten bis hin zu Asthma und Lungenleiden, ist gesundheitsrelevant für den Magen-Darmtrakt, wo er Magenschmerzen lindert, Koliken und Blähungen entgegenwirkt und gegen Durchfall hilft. Er stärkt das Immunsystem, unterstützt die Gesundheit der Leber, hilft gegen Pilzinfektionen, Parasiten und soll sogar Tumore schrumpfen lassen. Ein weiteres Einsatzgebiet, bei dem er sehr gute Dienste leistet, ist seine entsäuernde Wirkung auf den Organismus. Nicht zu vergessen ist, dass Schwarzkümmel auch positiv auf die Haut wirkt und gegen Ekzeme helfen kann.
  • Weil es um die Stärkung des Immunsystems geht, darf natürlich auch auf die Hagebutte in den Winterspielen nicht verzichtet werden, Ihre Schalen haben nicht nur eine gute Heilwirkung, sondern auch mit dem hohen Gehalt an Vitamin C eine abwehrkräftestärkende Wirkung. Die Hagebutte hat sich daher in der Hauptsache als hervorragender Vitamin C-Spender bewährt, denn ihr sehr hoher Gehalt an Ascorbinsäure (100 g frische Hagebutten enthalten 400-5.000 mg Vitamin C) macht sie zu einer effektiven Hilfe bei Neigung zu Infektionskrankheiten bei Schwächung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte und bei Erschöpfungszuständen. Sie regt die Widerstandskräfte an und wirkt dadurch stärkend in der Zeit der Rekonvaleszenz nach Krankheiten. Des weiteren schreibt man ihr eine blutreinigende Wirkung zu. Bei Hufrehe unterstützt sie die Leber als Entgiftungsorgan stärkend und durch ihren hohen Vitamingehalt wirkt sie positiv zur Bildung von gesundem Hufhorn.
  • Wo der Fenchel und die Kamille wirken, ist natürlich auch der Anis nicht weit weg – in den Winterspielen trägt er zur schleimlösenden und auswurffördernden Wirkung im Einsatz bei Atemwegsproblemen wie Bronchitis oder trockenem Husten bei. Doch auch die positiven Eigenschaften als verdauungsförderndes Mittel gegen Blähungen und seine krampflösende und entspannende Wirkung im Bereich der Magen-Darmprobleme macht seinen Einsatz bei Neigung zu Koliken sinnvoll.  Seine appetitanregende Eigenschaft ist einer seiner weiteren Vorteile. Aber nicht zu vergessen ist auch seine harntreibende Wirkung, die zur Entgiftung und Entschlackung beiträgt.
  • "An apple a day keeps the doctor away." – was frei übersetzt bedeutet: "Ein Apfel am Tag sorgt dafür, dass man keinen Arzt braucht“ Dass ein solches Früchtchen die Winterspiele versüßen soll, ist natürlich klar! Schließlich schafft man es ja nicht oft, dass man Leckerei und Heilmittel in einer Ingredienz vereinen kann.

Doch was macht nun den Apfel so gesund?

Ganz einfach: Er enthält über 30 Mineralstoffe und Spurenelemente – besonders hervorzuheben ist dabei das Kalium, das den Wasserhaushalt reguliert, und das Eisen, das als blutbildend gilt. Darüber hinaus verstecken sich im Apfel lebenswichtige Vitamine, wie das Provitamin A, die Vitamine B1, B2, B6, E und C sowie Niacin und Folsäure. Gerade seine Fruchtsäuren sind es, die den Apfel auch als natürliche Zahnbürste wirken lassen – wer also seinem Pferd die Zähne nicht putzt, sollte ihm ab und zu einen Apfel geben ;-) Vor allem in der Schale sitzen 70% der besten Inhaltsstoffe, denn sie ist reich an Eisen, Magnesium, ungesättigten Fetten und bioaktiven Substanzen. Zwischen 5 und 35 Milligramm Vitamin C - je nach Sorte - stecken in der Schale. Und sogar das Kerngehäuse ist noch wertvoll: Es enthält Jod. Darum findet Ihr in den Winterspielen auch die Scheiben natürlich belassener Wildäpfel mit Kerngehäuse und Schale! Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist das Pektin, das Schadstoffe bindet und wieder ausschwemmt. Überdies tragen sie dazu bei, dass Äpfel die Darmtätigkeit regulieren. Die sekundären Pflanzenstoffe im Apfel, die so genannten Katechine, sorgen dafür, dass Pferde, die öfter Äpfel fressen dürfen, seltener an Bronchial- und Lungenkrankheiten leiden – das haben sogar Wissenschaftler bestätigt! Und noch ein Grund spricht für das regelmäßige Verfüttern von Äpfeln: Die darin enthaltenen Flavonoide und Carotinoide scheinen das Krebsrisiko zu mindern und haben eine antioxidative Wirkung im Organismus.

 

  • Dass die Winterspiele ein süßes Vergnügen für die Pferde sind, bewirkt unter anderem auch das Süßholz. Hierbei handelt es sich um die Wurzel der subtropischen Süßholzpflanze, die bei uns als eine vielseitige Heilpflanze bekannt ist, denn sie hilft gegen Husten, Magengeschwüre und stärkt außerdem einen niedrigen Blutdruck. Bei Pferden angewendet wird die Süßholzwurzel aber vor allem als bewährtes Mittel gegen Atemwegsprobleme eingesetzt und wirkt mit ihrer reizmildernden, schleimlösenden, auswurffördernden und hustenlösenden Eigenschaft positiv bei Husten und Bronchitis. Ihre Stärken liegen aber ebenso im Schutz der Magen- und Darmschleimhaut, wo sie bei Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren ihren Einsatz findet, denn das Glycyrrhizin wandelt sich im Darmtrakt in Glycyrrhetinsäure um, die einen stabilisierenden Einfluss auf den Darm ausübt und deutlich entzündungshemmend wirkt. Auch bei Hepatitis und einigen Drüsenproblemen wurde die Süßholzwurzel bereits mit Erfolg verwendet und sie gilt auch als schmerzstillend. Dazu kommt ein bakterien- und virenhemmnder Effekt.

Von Bedeutung ist auch die krampflösende Wirkung der in ihr enthaltenen Flavonoide, wobei die Süßholzwurzel auch harntreibend wirkt und somit bei der Ausschwemmung von Körperschlacken hilft.

  • Eigentlich handelt es sich beim Isländischen Moos nicht wirklich um ein Moos, sondern um eine Flechte, aber das spielt bei seiner Wirkung in den Winterspielen keine Rolle. Die niedrig wachsende Pflanze verzweigt sich geweihartig, was ihr auch den Namen Hirschhornflechte eingebracht hat. Der wichtigste Inhaltstoff des isländischen Mooses ist der Schleim, der sich schützend um Schleimhäute legt und dadurch Reizhusten und Entzündungen der Atemwege, aber auch Reizzustände der Verdauungsorgane lindert. Gleichzeitig wirkt das isländische Moos antibakteriell und schleimlösend, weshalb es sich ebenfalls gegen Katarrhe der oberen Luftwege, Husten, chronische Bronchitis und aufgrund seiner antiseptischen Wirkung sogar bei Lungenerkrankungen oder Lungenemphysem zur Verwendung empfiehlt. Ebenfalls heilend wirkt es bei Magen- und Darmschleimhautentzündungen, bei Infektionen der Harnwege - hier vor allem der Blase. Aber auch zur Stärkung der Funktion von Niere und Verdauung wird es immer wieder erfolgreich eingesetzt und hilft so auch gegen Verstopfung. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet des isländischen Mooses ist seine positive stärkende und kräftigende Eigenschaft, weshalb man es auch bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen, respektive zur Unterstützung der Rekonvaleszenz einsetzt.
  • Last but not least rundet die Sonnenhutwurzel (Echinacea) die Wirkstoffkombination für ein starkes Immunsystem in den Winterspielen ab. Man kennt ihre Wirkung aber noch gar nicht so lange, denn erst im 20. Jahrhundert beschäftigte sich die Wissenschaft mit dem Kraut und fand heraus, dass es ein wirksames Immunstimulans ist. Seitdem hat sich kaum ein anderes Naturheilkraut bei uns in Europa so etabliert wie der Sonnenhut und als Immunstabilisator und Stärker der körpereigenen Abwehrkräfte findet immer mehr Befürworter. Die nordamerikanischen Indianer nutzten den Sonnenhut darüber hinaus sogar gegen Schlangenbisse, Entzündungen aller Art, Brandwunden, Magenkrämpfe, Schwindelgefühle und heilten damit Zahn- und Halsschmerzen. Die Wirkungsweise von Echinacea liegt in der Erhöhung der Zahl der Makrophagen, der weißen Blutkörperchen und der Milchzellen und es aktiviert die Phagozyten, die Fresszellen im Blut, welche wiederum krankmachende Bakterien zerstören. So steigert es bei innerlicher Anwendung die körpereigene Abwehrkraft gegen Viren und Bakterien und hat damit auch eine antibiotische Wirkung. Darüber hinaus stimuliert Echinacea das Lymphsystem und kann gegen alle Arten von Infektionen und Entzündungen eingesetzt werden. Gleichzeitig wirkt es bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten, bei Husten und Bronchitis, sowie vorbeugend gegen Infektionen.


Anwendung


Die Kräutermischung Winterspiele kann einfach unter das Kraftfutter oder ins Mash gemischt werden. Bei Fütterung der trockenen Kräuter empfhielt es sich, die Kräuter leicht anzufeuchten – ein Esslöffel Honig verbessert die Akzeptanz bei futtersensiblen Pferden. Selbstverständlich kann die tägliche Kräuterdosis auch mit kochendem Wasser überbrüht und dann auf handwarme Temperatur abgekühlt unters Futter gerührt werden – die Kräuter dürfen auch hierbei ruhig mitgefressen werden.

  • Warmblutpferde erhalten 50 g pro Tag
  • Kleinpferde erhalten 40 g pro Tag
  • Ponys erhalten 30 g pro Tag

Bei so viel guten Inhaltsstoffen werden Eure Pferde die Winterspiele in ihrem Futter nicht nur lieben, sondern auch von ihren wunderbaren Wirkstoffen profitieren – und Ihr müsst nicht auf die tollen Winterausritte im Schnee verzichten, wenn Eure Pferde fit sind und es dank ihren gestärkten Abwehrkräften und ihren gesunden Atemwegen auch bleiben.

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

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