Lilo minus Kilo – ein Moppelhüh nimmt ab

21.07.2014 11:52 | Gewichtsirritationen

 

Problem Moppelhü-Pferd

Lilo minus Kilo – ein Moppelhüh nimmt ab / Testberichte vom 18.Juli und 19. August 2014


Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Besamungswartin und Autorin

 

Lilo minus Kilo – das ist unser Motto!

Moppelhü-Kräuter

Nachdem meinem Spanier, der Lilolaunebär, dank den Kräutermischungen „Ruckzuck-Antijuck“ und „Ratzfatz Antikratz“ inzwischen eine fast rassetypische Wallemähne gewachsen ist, wollen wir die nächste Problemzone angehen: Der Speck muss weg!

So sah Lilo im April diesen Jahres aus:

Moppelhü-Kräutertest

Also kreierten wir die

„Abnehmkräuterkur Moppelhüh“

Die besteht aus:

  • Ingwer
  • Mariendistelsamen
  • Schafgarbe
  • Löwenzahnwurzel mit Kraut
  • Fenchel
  • Gänseblümchen
  • Goldrute
  • Kamille
  • Pfefferminze

Ganz wichtig war mir, dass die Kräuter den Stoffwechsel ankurbeln, die Nieren- und Leberfunktion und den Magen stärken. Das Abnehmen soll die Gesundheit fördern und die Fettpolster schwinden lassen.

 

Moppelhü-KräutermischungZum Produkt

Zur Aktivierung des Stoffwechsels trägt vor allem die durchblutungsfördernde Ingwerwurzel bei. Die Unterstützung der Entschlackung und Entgiftung des Organismus unterstützen die Löwenzahnwurzel mit Kraut mit ihrer ausleitenden Wirkung, die Schafgarbe mit ihrer blutreinigenden Wirkung und der Fenchel kurbelt die Verdauung an. Das Gänseblümchen regt den Stoffwechsel an und hilft beim Ausleiten und Entschlacken. Ergänzend wirken die Goldrute und die Kamille mit ihren harntreibende und blutreinigenden Eigenschaften. Nicht fehlen darf natürlich die Mariendistel, als leberstärkende Pflanze, welche die Entgiftung unterstützt. Abgerundet wird die Mischung durch die magenstärkende Pfefferminze, die überdies für gute Akzeptanz – auch bei mäkeligeren Pferden – sorgt. Lilo ist hier aber nicht das Maß der Dinge, denn er ist nicht wählerisch und frisst die Kräutermischung sogar ohne verfeinernde Beigaben.

Ich füge der Mischung jeweils noch 15 g gemahlenen Ceylon Zimt hinzu, denn der reguliert den Blutzuckerspiegel und wird für EMS-Pferde empfohlen. Da ich lieber vorbeuge, als zu heilen, ist dies aber eher eine Präventivmaßnahme.

Als Gegner von naturfernem Futter gebe ich keine synthetischen Mineralstoffe – es gibt Alternativen aus der Pflanzenwelt (aber davon erzähle ich Euch an anderer Stelle).

Sein Futter habe ich nun natürlich auch reduziert, denn zum einen steht er ja auch auf einer – zwar mageren – Weide und im Prinzip würden ihm für die Nacht, die er in seiner Box verbringt, auch seine 6 Kilo Heu reichen. Stroh frisst er im Übrigen nicht und darum habe ich auch darauf verzichtet, ihn auf Spänen übernachten zu lassen.

Allerdings ist sein Boxennachbar der sehr schlanke Schimmelige und der bekommt dreimal am Tag sein Kraftfutter serviert. Der arme Lilo wäre also sehr frustriert, wenn er nur Heu bekäme. Also erhält er morgens und mittags entweder zwei oder drei Möhren, ein paar Apfelschnitzchen, eine oder zwei halbe Birnen oder auch mal eine halbe Banane, eine Scheibe Wassermelone oder zwei Scheiben trockenes Vollkornbrot, zusammen mit einer Handvoll Quetschhafer in seinen Trog. Abends bekommt er eine Handvoll zuckerarme Rübenschnitzel, eine Handvoll Weizenkleie und ebensoviel Quetschhafer und Bierhefe – insgesamt klingt das zwar nicht gerade nach sehr wenig Futter, aber in seinem Trog sieht es wirklich nur nach einem kleinen Häppchen aus.

Mein bester Ehemann von allen – Micha – schummelt aber manchmal und gibt ihm noch die letzten Restchen, die der Schimmelige übrig ließ.

Das ist nicht ganz so ideal, weil ich momentan kaum Zeit habe, mein Moppelhüh regelmäßig zu arbeiten. Ich streue auch vorsorglich Asche über mein Haupt, wenn ich Euch auffordere, Eure übergewichtigen Pferde mehr zu bewegen, damit sie gesund abnehmen und nicht mit gutem Beispiel vorangehe ... aber würde ich mir viel Zeit nehmen, mit meinem Pferd zu turnen, dann hättet Ihr jetzt nichts zu lesen ;-).

Außerdem kann ich ja nun, mitten im Test, nicht anfangen, den Lilolaunebär zu trainieren, denn das würde das Ergebnis eventuell beeinflussen – und Ihr wisst ja: Wir sind unsere härtesten Kritiker! Die Mischungen werden auf ihre Funktion geprüft und zur Not auch noch einmal optimiert, wenn sie unseren Ansprüchen noch nicht ganz genügen. Insofern bleiben die Bedingungen konstant, aber ich finde, ein bisschen schlanker ist er schon geworden:

Moppelhü-Kräutertest

Aber ich werde natürlich weiter berichten.

 2. Bericht vom Freitag, den 18. Juli 2014


Momentan staune ich beim Betrachten der Fotos von meinem „Moppelhüh“ wirklich jedes Mal, denn wenn man ihn jeden Tag sieht, fällt einem gar nicht so sehr auf, dass Lilo schlanker wird. Aber vergleiche ich die Fotos, dann sieht mein Spanier fast schon sportlich aus:

Moppelhü-Kräutertest

Ich habe wirklich nichts an seiner Grundfütterung geändert und bewegt wurde er auch eher sparsam. Aber – und das fasziniert mich wirklich – Lilo bewegt sich nun plötzlich auf seiner Weide viel mehr!

Er ist nicht nur schlanker geworden, sondern überdies viel aktiver und munterer.

Mein einziger Schmerzpunkt sind momentan seine wieder etwas brüchiger gewordenen Hufe: Vermutlich fehlen ihm nun doch Mineralstoffe durch die reduzierte Fütterung. Ich bin allerdings auch kein Freund synthetisch hergestellter Mineralien, Spurenelemente und Vitamine, die der Körper nicht zu 100 Prozent verstoffwechseln kann. Also habe ich wieder mal getüftelt: Herausgekommen ist eine Kräutermischung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält und die aktuell getestet wird.

Allerdings nicht an Lilo, denn der bekommt ja bereits sein Ratzfatz-Antikratz (wie man an der langen Mähne und dem vollständigen Schweif sieht: Mit Erfolg!) und das Moppelhüh, das auch einen Teil der Kräuter aus der Mineralstoffmischung enthält.

Weil das zusammen schon 100 Gramm Kräuter sind, bekommt Lilo also zusätzlich nur noch:

  • 20 Gramm Ackerschachtelhalm (wegen des hohen Kieselsäuregehaltes, der das Hufwachstum fördert)
  • und ich habe seine Ration Ceylon Zimt verdoppelt: Er bekommt nun zwei Messlöffel, was 30 Gramm Zimt entspricht
  • Außerdem bekommt er wieder Hanfsamen, denn die „Vitalnüsschen“ scheinen mir die ideale Futter-Ergänzung gegen Lilos Hufprobleme zu sein.

Dazu gibt es Hagebuttenfrüchte als Leckerchen. Lilo liebt die ganzen Früchte und anstatt ihn mit handelsüblichen Pferdekeksen zu belohnen, die ja auch wieder Zucker enthalten, bekommt er nun Hagebutten. Trotzdem wird er natürlich mit Obst und Möhren verwöhnt – nur nicht mehr ganz so großzügig. Statt eines ganzen Apfels erhält er nun eben nur ein Scheibchen und statt einer ganzen Banane oder Birne, gibt es nur noch eine halbe Frucht. Aber wäre er zum EMS-Pferd geworden, hätte ich ihm sämtliches Obst und auch die Möhrchen streichen müssen. Dieser Gedanke unterstützt mich dabei, doch standhaft zu bleiben, obwohl ich Lilo sonst nur mit vollen Taschen besuchte und ganze Äpfel, Bananen und Birnen, kiloweise Möhren und überdies Pferdeleckerchen in ihn hineinstopfte.

Ab und zu gehe ich aber auch mal mit ihm 10 Minuten am Waldrand grasen, denn ein bisschen zu sündigen ist bei solchen Abnehmerfolgen auch erlaubt. Allerdings muss ich auch noch mal betonen, dass Lilo lediglich wegen mangelnder Bewegung und nicht entsprechend dem angepasster Fütterung über den Winter zu dick wurde und nicht jahrelang fettleibig war. Bei einem Pferd mit Equinem Metabolischen Syndrom wäre ich beim Einhalten einer Diät noch sehr viel konsequenter und es gäbe dann wirklich nur noch Heu und eine Handvoll Spezialfutter in den Trog.

Insofern möchte ich Euch wirklich raten: Lasst Eure Moppelhühs abspecken, solange der Speck noch keinen gesundheitlichen Schaden anrichtete, denn kein Getreide, keine Möhren, Äpfel, Bananen und Birnen mehr füttern zu dürfen und das Heu auswaschen und abwiegen zu müssen, damit das Pferd kein Kilo zu viel bekommt, finde ich fast schlimmer, als wenn ich selbst auf Diät gesetzt würde. Dazu meinem Pferd dann noch den natürlichsten Lebensraum – die Weide – verweigern zu müssen, gäbe mir das Gefühl, ein Tierquäler zu sein, obwohl ich wüsste, dass das Gras das Pferd krank macht.

Nun muss ich mir lediglich überlegen, was ich nun mit der neu entwickelten Energie meines neuerdings lebhaften Pferdes anfange – dass dicke Pferde träger werden, wusste ich durchaus, aber dass ein paar Kilos weniger und ein paar Kräuter dazu eine solch durchschlagende Wirkung zeigen, verblüfft sogar eine Kräuterhexe wie mich.

Ich bin gespannt, was ich Euch in zwei Wochen berichten darf.

 

3. Bericht vom Dienstag, den 19. August 2014


Momentan bedaure ich sehr, dass mir die Zeit fehlt, Lilos Motivation kreativ auszunutzen, denn ich bin sicher, dass ein so vor Leistungsbereitschaft strotzendes Pferd mich durchweg begeistern könnte.

Ob es nun am Hanf liegt oder daran, dass Lilo deutlich leichter und damit unternehmungslustiger wird, kann ich nicht sicher sagen. Aber derzeit scheint es bei ihm wirklich nicht eine Baustelle zu geben: Kein Mähnenschubbern, kein brüchiges Hufhorn, die Kilos werden weniger und das Langhaar wächst - auch wenn ich ungeduldig darauf warte, dass die Spitzen der Mähnenhaare endlich über die Unterhalslinie ragen und das wohl noch Zeit brauchen wird, denn von Zeit zu Zeit kürze ich die Mähnenspitzen ein wenig, damit die Frisur nicht ausfranselt.

Moppelhü

Aktuell bekommt Lilo allerdings kein Moppelhüh, denn bei ihm stand eine Kräuterwurmkur an und zu viele Kräuter möchte ich ihm dann doch nicht verabreichen. Also erhält er neben den „Power Herbs“, der Kräutermineralmischung, eine Wurm Up – dopingrelevant und nach wie vor das Ratzfatz Antikratz.

Ratzfatz

Bild anklicken und zum Produkt Ratzfatz Antikratz gelangen

Leinkuchenflakes

Dazu 50 Gramm Hanfsamen und 100 Gramm Leinkuchenflakes.

In rund drei Wochen wird Lilo zum Testkandidaten einer neuen Mischung – dann geht er wieder ins Training und wir werden schauen, ob unsere „Bodybuildermischung“ seine Muskeln und seine Rittigkeit wachsen lässt.

Ich werde aber auch davon berichten.

 

Euer Team von der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann

 

 

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