Kräuter für Pferde mit Magengeschwüren - Testberichte vom 2. Juli / 18.Juli / 19.August 2014

21.07.2014 10:09 | Gesundheitliche Probleme mit Kräutern heilen

 

Kräuter für Pferde mit Magengeschwüren - Testberichte vom  2. Juli / 18.Juli / 19.August 2014


Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Nachdem Bambi sich nun immer wieder weigerte, ihr Mash zu fressen, wenn wir es mit Hanf "würzten", musste ich das Hanf-Experiment mit ihr abbrechen – sie sollte ja nicht noch mehr Kilos verlieren, während sie ständig in den Futterstreik trat.

Nach der Kräuter-Wurmkur "Wurm up" nahm sie zwar kurzfristig zu und wirkte auch insgesamt runder und harmonischer, aber in der Zeit auf der Dauerweide baute sie doch wieder etwas ab. Offenbar reicht ihr das Weidegras nicht.

Wurmup

Zur Kräutermischung  "Wurm up" Bild anklicken

Nun ist es auch nicht ganz leicht, dieses Pferd aufzufüttern. Zum einen ist sie sehr wählerisch mit dem was sie frisst. Ihr Heu nutzt sie auch lieber als Einstreu, statt es ganz aufzufressen. Dazu kommt, dass sie koppt, ein Magengeschwür hat und extrem empfindlich bei schwülwarmen Temperaturen ist. Dass Bambi uns immer mal wieder mit einer Kolik in Atem hält und dann wieder sehr vorsichtig gefüttert werden muss, macht es uns nicht leichter, Ihre Gesundheit und ihre Kilos zu hüten.

Magengeschwür-Kräuter

 

Als wir die Wurmkur für sie auswählten, verzichteten wir bewusst auf Bitterkräuter, um ihre empfindliche Magenschleimhaut nicht zu reizen. Aber mein Bestreben, Bambis Wohlbefinden und ihr Gewicht zu steigern, führte schlussendlich dazu, eine Kräutermischung zu kreieren, die sowohl gegen Verdauungsprobleme hilft, als auch zur Gewichtszunahme führt – und natürlich nicht nur von einem Pferd mit Magengeschwür oder empfindlicher Magenschleimhaut vertragen wird, sondern das Pferd überdies heilt.

Ich begann also mit 30 Gramm Tausendgüldenkraut und "entschärfte" den bitteren Geschmack mit gemahlener Süßholzwurzel – mit dem Ergebnis, dass Bambi ihr Mash nicht anrührte. Ich ließ also das Tausendgüldenkraut weg und gab nur einen Löffel Süßholzwurzel ins Futter und ... Bambi rührte ihr Mash wieder nicht an, fraß aber Hafer, Möhren und Heu mit gutem Appetit. Also rührte ich wieder Tausengüldenkraut ins Mash und ließ die Süßholzwurzel weg ... und Bambi fraß ihr Mash!

Ich war mir zwar nicht ganz sicher,  ob Bambi das Tausengüldenkraut ohne die Süßholzwurzel vertragen wird – aber nachdem sie mit gutem Appetit frisst, keine Verdauungsprobleme hat und sie auf der Weide zum Rennpferd mutiert, scheint es ihr ausgesprochen gut zu gehen.

Nun kommen nach und nach Mädesüßkraut, Kamille, Anis, Fenchel, Melisse und Kümmel (eventuell auch noch Pfefferminze) mit ins Futter und wenn wir Glück haben und sie die Kräutermischung mag, hoffen wir, dass sie endlich so rund und fit wird, wie ihre Schwester Cora das ist.

Nach zwei Wochen mit 30 Gramm Tausengüldenkraut finde ich, dass ihre Oberlinie sich verbessert hat: Zuvor lag die Wirbelsäule über der Rückenmuskulatur und bildete ein "Dach". Die Hüfthöcker stechen nicht mehr so arg vor und der Kruppenspeck betten nun den Sitzbeinhöcker so langsam ein. Insgesamt wirkt Bambi insgesamt nicht mehr so eingefallen.

Bambi im April 2014

Magengeschwür-Kräutermischung

Bambi am 3. Juli 2014

Magengeschwür-Kräutermischung

Vielleicht können wir mit der Mischung, die wir nun für Bambi entwickeln, auch anderen magenempfindlichen Pferden helfen. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten.

 

2. Bericht vom Freitag, den 18. Juli 2014


Um es gleich vorauszuschicken: Bambi geht es so gut wie nie zuvor!

Und das, obwohl es in den letzten beiden Wochen wirklich einige kritische Tage von gewittriger Schwüle und plötzlichem Wetterwechsel gab, in denen kolikanfällige Pferde in der Regel ihre Besitzer in Sorge versetzen. Aber nicht Bambi!

Wann immer ich mit bangem Gefühl in den Stutenstall schlich, schaute mir ein fröhlich heukauendes Pferd über die Boxentür entgegen. Ihr glaubt gar nicht, wie erleichtert ich bin, dass dieser Kolik-Alptraum nun doch eine Ende fand.

Sie frisst momentan auch nicht mehr so mäkelig, sodass ich Bambis Kräuterration etwas erweiterte:

Nach wie vor gibt es für sie

  • Tausendgüldenkraut
  • Mädesüßkraut
  • Kamille
  • Anis
  • Fenchel
  • Kümmel

Und nun auch noch

  • Pfefferminze
  • Brennnesselkraut
  • Löwenzahnkraut mit Wurzel
  • Birkenblätter
  • Hagebuttenfrüchte (für sie muss ich sie in der Küchenmaschine schreddern)
  • Mariendistelsamen

Dazu kommen soll noch:

  • Oregano
  • Bockshornkleesamen

Bei Bambi hatte ich ja auch öfter versucht, ihr Reiskeimöl oder Leinsamenöl zu füttern, aber sie mochte das leider gar nicht. Aber nachdem die Hanfsamen noch hochwertigere Öle enthalten, als Leinsamen und überdies so vitamin- und mineralstoffreich sind, dass ich auch ihren Nährstoffbedarf damit ergänzen kann, ohne auf synthetische Mineralien zurückgreifen zu müssen (die sie sowieso nicht frisst), bekommt sie nun auch wieder Hanf. Vor ein paar Wochen musste ich ja auch das Hanf-Experiment mit ihr abbrechen, weil sie das Futter immer öfter verweigerte. Doch mit ihrem neuerlich guten Appetit kann ich auch die "Vitalnüsschen" wieder für sie verwenden.

Die Frage, die natürlich noch zu beantworten bleibt ist, ob wir Bambi ihre Magengeschwür-Kräutermischung dauerhaft geben müssen, um auch in Zukunft Koliken zu vermeiden oder ob ihr Magenproblem dadurch geheilt wird. Momentan möchte ich noch keine Prognosen abgeben, denn selbst wenn sie einen Teil der Kräuter weiterhin täglich bekommen müsste, um ihre Verdauung in Schwung zu halten, wäre dies ein Gewinn für uns und für unser Pferd, das deutlich mehr Lebensqualität genießt.

Im Prinzip dienen einige der ergänzten Heilkräuter auch eher der Nährstoffsicherung, denn mein Ziel ist es, die Pferde so natürlich als möglich zu ernähren. Wenn es also Heilpflanzen gibt, die sehr vitamin- und mineralstoffreich sind, dann erübrigen sich pelletierte Mineralfuttermittel – herauszufinden, ob das klappt, ist das nächste Ziel!

Äußerlich sind aktuell nicht so viele Veränderungen festzustellen – Bambi ist für ihre Verhältnisse gut genährt, sie glänzt, ihre Hufe sind ohne Makel und ihre Mähne wächst in einer Geschwindigkeit, dass ich die Üppigkeit zwischendurch mit der Schere eindämmen muss ... wüchse Lilos Mähne in diesem Maß, würde mich das beglücken.

Magengeschwür-Kräutermischung

Ich werde natürlich weiter berichten.

 

 

3. Bericht vom Dienstag, den 19. August 2014


Bambi bereitet uns nur noch Freude und auch wenn sie immer ein Sensibelchen in jeder Hinsicht sein wird, sind wir guten Mutes, dass ihr Magen sich endlich erholen durfte.

Sie frisst mit gutem Appetit und inzwischen bekommt sie auch kein Tausengüldenkraut mehr. Das sollte auch nicht Bestandteil der Magengeschwürmischung "Magen-Fit" sein, sondern diente nur dazu Bambis Appetit etwas anzukurbeln, weil sie so extrem mäkelig fraß und auch das Heu eher als Ruhekissen nutzte, anstatt es zu fressen.

Dass Tausengüldenkraut für Magengeschwürpferde auch suboptimal sein kann, erwähnte ich bereits und auch, dass ich das Experiment sehr vorsichtig startete und stets beobachtete, wie es Bambi damit geht. Nach drei Wochen ging es Bambi nach wie vor gut und ihr Appetit war stabil – insofern brauchte sie es auch nicht mehr und darüber war ich schlussendlich auch ganz froh, denn ein bisschen Bauchschmerzen hatte ich trotzdem dabei, weil die Kombination Tausendgüldenkraut mit Magengeschwür nicht ganz glücklich ist.

Inzwischen bekommt Bambi neben der Mineralkräutermischeun "Power Herbs" die

Powerherbs

Kräutermischung für Pferde mit Magengeschwür, vermehrter Magensäureproduktion, empfindlichem Magen und Kolikneigung "Magen-Fit"

mit

  • Kamille:Besonders bekannt ist ihre heilende, krampflösende und schmerzlindernde Wirkung auf den Magen-Darmtrakt und in einer Mischung zusammen mit Fenchel, Anis und Kümmel bei Neigungen zu Kolik, Durchfall oder Verstopfung kann sie solchen Problemen vorbeugen und sogar bei stressanfälligen, nervösen Pferden, welche zu Krampfkoliken neigen, gleichzeitig an zwei Stellen heilen, indem Kamille den Verdauungstrakt und das Gemüt entspannt. Bei Magengeschwüren ist ihre antibakterielle Wirkung relevant, denn sie wirkt Entzündungen im Magen und Darm entgegen
  • Malve:Die zarte Pflanze eignet sich nicht zur Aufkochung, sondern sollte nur als Kaltauszug Anwendung finden, weil sonst ihre wertvollen und hilfreichen Schleimstoffe, welche einhüllend auf die Magenschleimhaut wirken, zerstört würden
  • Mädesüßkraut:Es hilft dabei , die Schleimhäute zu beruhigen und wieder herzustellen und wird zum Schutzes des Magen und des Darms eingesetzt und wirkt Sodbrennen, Magengeschwüren und Gastritis entgegen
  • Anis:Seinepositiven Eigenschaften als verdauungsförderndes Mittel gegen Blähungen und seine verdauungsfördernde, krampflösende und entspannende Wirkung im Bereich der Magen-Darmproblemen macht seinen Einsatz bei Neigung zu Koliken sinnvoll.
  • Fenchel:Vor allem als Mittel gegen Magenprobleme ist der Fenchel zusammen mit Anis und Kamille im Prinzip das Mittel überhaupt bei Neigung zu Koliken und Verdauungsproblemen, denn er löst Krämpfe und Blähungen und kann bei allen Verdauungsproblemen angewendet werden. Seine entzündungshemmende Wirkung unterstütz das Abheilen von Magengeschwüren
  • Kümmel:Als Magenmittel hat sich das ätherische Öl des Kümmels bewährt, denn es verhindert Blähungen und wirkt entkrampfend, weil es die Magensaftsekretion anregt und so die Verdauung fördert. Damit ist Kümmel ein sehr gutes Heilmittel zur Vorbeugung bei Pferden, die zu Koliken neigen und kann bei Futterumstellung oder Stress Magen- und Darmtrakt beruhigen.
  • Hopfen:Er bewährt sich bei der Anwendung gegen nervöse Unruhe bis hin zu Angstzuständen, aber er wirkt auch krampflösend bei Magenbeschwerden, hat entblähende Eigenschaften und hilft gegen Anfälligkeit für nervöse Magenbeschwerden, wie Durchfall oder Stresskoliken. Neben der beruhigenden Wirkung des Hopfens wirkt er aufgrund seiner speziellen Bitterstoffe auch antibakteriell, also bakterientötend, entzündungshemmend und schmerzstillend
  • Pfefferminze:Ihr Hauptanwendungsgebiet ist der positive Einfluss, welchen sie auf den Magen-Darmtrakt ausübt, denn sie ist verdauungsfördernd, entblähend, wirkt gegen Durchfall und krampflösend bei der Neigung zu Koliken.
  • Melisse:Die traditionelle Anwendung findet die Melisse zur Beruhigung des Nervensystems, womit sie gegen stressbedingte Koliken und vorbeugend gegen Magengeschwüre helfen kann. Sie wird auch als Mittel zur Hilfe bei Verdauungsbeschwerden aufgrund ihrer entblähenden und krampflösenden Wirkung verwendet.
  • Oregano:Wirkt antioxidativ, was bedeutet, dass oxidative Schäden an kleinen Kapillaren sinken. Außerdem hemmt Oregano das Bakterium Helicobacter pylori, das Magengeschwüre auslösen kann und Botenstoffe, die zu unkontrolliertem Gewebewachstum und Gewebeschäden führen
  • Bockshornkleesamen:Er istein hervorragendes Mittel bei allgemeiner Schwäche des Körpers und des Organismus ist und in Zeiten der Rekonvaleszenz eine gute Hilfe sein kann, um Pferde wieder ans Fressen zu bekommen, denn besonders bewährt hat sich der Einsatz von Bockshornkleesamen auch als Appetitanreger bei schwerfuttrigen Pferden, bei älteren Pferden zum Entgegenwirken von Gewichtsverlust durch schlechte Verdauung und zum Auffüttern bei mageren Tieren, sowie als Mittel zur Vorbeugung gegen Verdauungsprobleme
  • Ulmenrinde:Im Bast der inneren Ulmenrinde befindet sich der wertvolle Schleim, welcher dem des Leinsamens in seiner magenfreundlichen Wirkung nicht unähnlich ist. Er enthält Hexosen, Pentosen, Methylpentoses, Hexosans (Zuckermolekül-Verbindungen) und Polyuronide (Pektin) sowie Gerbsäuren (3 %), Stärke, Mineralien, Phytoesterols (Cholesterin), Sesquiterpene (Moose), Kalziumoxalat; ferner Fettsäuren, wie Caprylic Acid, die bei der Anwendung Pilzbefall verhindern (Candidapilz). Bekannt wurde die Ulmenrinde in Verbindung mit der natürlichen Entwurmung und Entgiftung, denn ihr Schleim erfasst Abfallstoffe in allen Bereichen des Körpers, einschließlich Darm, und hilft dann, sie auszuscheiden. Somit können auch die abgetöteten Würmer ausgeleitet werden. Der Grund für ihre entgiftende Wirkung ist vor allem die Reflexanregung der Nervenenden im Magen- und Darmbereich, welche zur Absonderung des Schleims durch die Membranen der urinausscheidenden Organe führt. Ulmenrinde wird in der Regel von Tieren (auch von Katzen) sehr gerne genommen, weil sie mild und süßlich schmeckt. Ulmenrinde kann auch den Appetit anregen und beim Zunehmen helfen, wenn die Tiere trotz guten Appetits abnehmen.
  • Leinkuchenflakes


     

Bambi bekommt zusätzlich 50 Gramm Hanfsamen und 100 Gram Leinkuchenflakes (zum Produkt oberes Bild anklicken):

Magengeschwür

Sie wird nun endlich auch um die Kruppe runder und der hochgezogene Bauch ist ganz verschwunden. Wir sind aber nicht nur vom optischen Eindruck begeistert, den Bambi uns nun bietet, sondern noch mehr beglückt uns ihre stabile Gesundheit.

Wir wünschen uns, dass die Magen-Fit-Mischung noch vielen Pferden zu einem fitten Magen verhilft und natürlich werde ich weiter berichten.

 

Euer Team von der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann

 

 

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