Hanf für den Hund - Hanftest

24.07.2014 18:29 | Für Hunde

 

Hanf für den Hund - unser Hanftest


Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

 

Natürlichkeit im Futtertrog, aber auch im Futternapf – danach streben wir.

Für die gesunde Fütterung unserer Pferde wächst natürlich alles in der Natur. Könnten Pferde sich, wie ihre wildlebenden Artgenossen in der Prärie, frei bewegen und sich aussuchen, was sie fressen wollen, würden sie ihren Nährstoffbedarf durchaus am Tisch, den die Natur für sie deckt, ausreichend befriedigen können. Den Lebensraum unserer domestizierten Pferde begrenzen aber Zäune und so können sie auch nur die Pflanzen finden, die auf der Wiese wachsen, welche ihnen zur Verfügung steht. Aber wir können ihre Ration mit Heilkräutern ergänzen, die in der Regel auch sehr gerne von den Pferden gefressen werden. Schließlich ist es ihr natürliches Futter.

Ein Wolf nimmt jedoch überwiegend tierische Nahrung zu sich. Unsere Hunde sind zwar inzwischen daran gewöhnt, auch mal Obst, Gemüse oder Getreide zu fressen, aber "grasen" gehen sie überwiegend dann, wenn sie ihr Unwohlsein durch Erbrechen kurieren wollen. Sie suchen sich dann das Queckengras mit seinen feinen Härchen, das den Brechreiz auslöst.

Trotzdem können Heilkräuter und natürliche Mineralien, Spurenelemente und Vitamine auch unseren Hunden mehr Wohlbefinden schenken. Nicht zuletzt werden Nährstoffe aus organischem Ursprung besser vom Organismus verstoffwechselt, als synthetische "Pülverchen".

Allerdings ist manches Pflänzchen, das Pferde gefahrlos fressen können, für Hunde giftig. Bevor man also die Kräutermischungen vom Pferd in den Hundenapf gibt, sollte man genau prüfen, welche Substanzen sie enthalten.

Außerdem frisst nicht jeder Hund pflanzliche Kost mit Begeisterung. Es erfordert manchmal ein wenig Überzeugungskraft und Geduld, den Hund auf den Geschmack der Kräuter zu bringen.

Meist können zunächst kleine Kräutermengen pulverisiert unter das Nassfutter gerührt werden, die man langsam steigert, damit sich der Hund langsam an die Pflanzenkost gewöhnt. Auch wenn wir im Team von Neumanns Gewürz- und Heilkräuter-Manufaktur es immer sehr schade finden, wenn Kräuter "zu Staub zermalen" werden, weil dabei auch die wertvollen ätherischen Öle leiden und man die einzelnen Pflanzen nicht mehr erkennt (und Pulver oft dazu dient, Füllstoffe darin zu verstecken, was nicht unsere Intention ist), bietet sich diese Form der Kräutergabe beim Hund an. Ganze Pflanzen werden auch im Nassfutter von vielen Hunden ungern oder gar nicht gefressen.

Manche Hundebesitzer kochen aus der Kräutermischung täglich einen Tee für den Hund, der dann ins Futter gerührt wird – das ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, dem Hund Kräuter schmackhaft zu machen. Ledigleich bei reiner Trockenfuttergabe weichen dadurch die Futterbrocken auf und werden matschig.

Oft sieht man, dass die Verfechter der Phytotherapie Kräuter für Hunde in Form von Tinkturen an bieten. Wenn ein Hund jedoch sehr mäkelig frisst, dann ist der Duft der konzentrierten Kräuterkraft aus den Tropfen ihm oft zu aromaintensiv – im schlimmsten Fall verweigert er das Futter komplett.

Mein Trick, um meine Hunden mit ungewohnten, aromaintensiven Kräutern vertraut zu machen ist es, über das Nassfutter oder das gewolfte Fleisch etwas Lachsöl zu geben – das klappt aber auch nur dann, wenn die Hunde das Lachsöl so lieben, wie meine das tun.

In der Regel gibt es aber meistens eine ganz besondere Leckerei, die der Hund trotz der Kräuterbeigabe frisst – aber ich schrieb es schon: Man muss bei manchen Hunden mit kleinen Mengen beginnen und Geduld haben.

Ich behaupte aber, dass sich die dann auch auszahlt, weil der Hund auf natürliche Weise sein Wohlbefinden steigern kann.

Das Wohlbefinden meiner Hunde zu steigern, war auch meine Intention, als ich vor rund zwei Wochen überlegte, wie ich den Nährstoffbedarf meiner Hunde natürlich abdecken kann. Theoretisch müsste man sich ja, wenn man dem Hund Fertigfutter serviert, sicher sein dürfen, dass es dem vierbeinigen Liebling an nichts fehlt. Aber wenn ich meinen Hunden die Mengen in den Napf füllen würde, die in der Fütterungsempfehlung des Herstellers vorgeschlagen wird, könnte ich sie rollen, obwohl sie ausreichend Bewegung bekommen. Dazu kommt, dass ich schon lange überlege, ob das Trockenfutter wirklich die beste Lösung ist. Zwar gibt es bei uns morgens immer eine Dose mit reinem Fleisch, vermischt mit Joghurt, Quark, Hüttenkäse oder Reis, mittags gibt es rohes Gemüse oder Obst und nur abends fülle ich Trockenfutter in die Näpfe, aber das frisst einer nur mit "Dressing", also einer pürierten und verdünnten Dosenfleischsoße und der andere frisst nur einzelne Bröckchen oder verweigert das Trockenfutter ganz ... auch wenn ich das "Dressing" drüberkippe.

Meine Sorge war also, dass die Hunde vielleicht doch nicht genügend Nährstoffe bekommen, aber irgendein "Pülverchen" oder Tablettchen aus der Dose, mochte ich auch ungern füttern.

Bei meiner Suche stieß ich auf den "Hundehanf".

Hanf für Hunde

Wir bieten bei Neumanns Gewürz- und Heilkräuter-Manufaktur ja nun schon länger Hanfsamen für die Pferde an und natürlich kommen auch unsere Pferde in den Genuss der "Vitalnüsschen". Aber auch wenn der Hanf den Pferden sichtbar gut tut, kam ich bislang nicht auf die Idee, Hanfsamen in den Futternapf der Hunde zu füllen.

Ich möchte nun auch nicht hinterfragen, warum der Hanf für die Hunde fast viermal so teuer ist, wie der für die Pferde, den die gleiche Firma verkauft, denn bei beiden Produkten handelt es sich um "100 Prozent reinen Hanfsamen" und somit rechtfertigen keine speziellen Zusätze den Mehrpreis – aber wenn der Hanf den Pferden hilft und man ihn auch den Hunden füttern kann, dann ist das ein Grund für einen...

 

Hanftest mit Hunden


1. Bericht vom Donnerstag, den 24. Juli 2014

Unser Leben teilen zwei Leonberger Hunde:

Elvis, geboren am 16. September 2010, genannt "der King"

Hanftest mit Hunden

und die Bommeline (eigentlich Copyright by), geboren am 21. Januar 2010, genannt "die Kaiserin"

Hanftest mit Hunden

Der Rasse entsprechend, sind Bommeline und Elvis eher gelassen und ruhig, aber trotzdem spielen sie gerne miteinander.

Beide Hunde sind leider auch etwas haut- und magensensibel, aber ansonsten eher unproblematisch.

Lediglich die Bekämpfung der Lästlinge wie Zecken, Milben und Flöhe erfordert gerade meinen Einfallsreichtum, denn beide Hunde haben eine Flohbissallergie und die natürlichen Mittel, die der Markt gegen die Plagegeister anbietet, brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg – mal riecht es so extrem, dass die Hunde vor mir fliehen, wenn ich nur die Flasche in die Hand nehme, mal funktioniert das pflanzliche Drop-On nur drei Tage und bei Hunden, die zwischen 60 und 70 Kilogramm wiegen, wird es rasch zum teuren Vergnügen, wenn man alle drei Tage mindestens zwei Tübchen in jeden Hundenacken auspresst.

Wir arbeiten im Neumann Gewürze- und Heilkräuter-Manufaktur-Team zwar schon eifrig an einer wirkungsvollen Ölmischung, aber die empfindlichen Hundenasen erlauben keine intensiv duftenden Aromen, die geeignet wären, die kleinen Blutsauger fernzuhalten.

So biss sich die Bommeline vor ein paar Wochen schon eine Stelle im Bereich der Hüfte auf und nun fand ich wieder eine nässende Wunde. Mit kollodialem Silber heilen solche Blessuren zwar schnell wieder, aber besser wäre es natürlich, wenn die Haut heil bliebe. Elvis hat am Bauch leicht gerötete Hautstellen – aber er muss ja auch täglich Sandbäder auf dem Reitplatz nehmen und ich fürchte, da wohnen auch Milben. Elvis hat auch die Neigung Ohrenentzündungen zu bekommen. Die sind auch immer schnell wieder ausgeheilt, aber ich würde mir bei beiden Hunden eine gesündere Haut wünschen.

Bei beiden Hunden ist die Magensäure manchmal morgens sehr aktiv und sie fressen immer mal wieder Queckengras, um sich danach zu übergeben. Ich habe es mit Mooliquid versucht und kurzfristig hilft das auch – aber ich möchte solche Mittelchen auch nicht durchgehend füttern müssen. Insofern wäre es ideal, wenn wir mit dem Hanfsamen auch den Magen der Hunde stärken können. Die Verdauung ist jedoch gut und auch die Häufchen sind optimal von der Konsistenz.

Beide Hunde sind im Gewicht passend zu ihrer Größe.

Aktuell sind beide auch noch intensiv im Fellwechsel – manchmal glaube ich, dass die Beiden ab Juli ihren gesamten Pelz abwerfen, um sich dann den Rest des Jahres einen neuen wachsen zu lassen, denn sonst haaren sie eigentlich sehr wenig.

Den Hanf begann ich vor einer Woche zu füttern.

Wie bei den Pferden, begann ich erst einmal mit einem Drittel der eigentlichen Ration, die bei Hunden über 50 Kilo Körpergewicht bei 15 Gramm liegt. Am vierten Tag erhöhte ich auf 10 Gramm und seit heute bekommen beide Hunde je 15 Gramm Hanfsamen täglich.

Um die Akzeptanz zu verbessern, habe ich die Samen mit dem Pürierstab "geschreddert". Sie sind jedoch sehr, sehr ölhaltig und weil beim Pürieren auch Hitze entsteht, geben sie viel Fett ab. Insofern wird die Saat nicht nur locker und mehlig, sondern neigt dazu, eine festere Masse unter dem Messer zu bilden. Das ist auch der Grund, warum wir von Neumanns Gewürz- und Heulkräuter-Manufaktur kein Hanfsamenmehl anbieten – die Mahlwerke der Maschinen würden verkleben.

Inzwischen halte ich den Mixstab auch nur noch kurz in die Samen und schrote sie quasi kur etwas an. Vermutlich könnte ich die "Nüsschen" auch ganz ins Futter rühren, denn beide Hunde fressen sie problemlos, aber ich habe mir gestern einen Wochenvorrat unter dem Pürierstab vorbereitet und den müssen wir nun aufbrauchen.

Nach der ersten Woche ist es natürlich schwer, schon ein erstes Fazit zu ziehen. Außenstehenden fiel aber auf, dass die Hunde trotz der sommerlichen Hitze sehr agil sind. Uns kommen sie auch aktiver vor und ich habe auch das Gefühl, dass sie weniger "grasen".

Welche Auswirkungen die Fütterung von Hanfsamen auf den Magen und die Haut, sowie das Fell beider Hunde haben wird, werde ich aber wohl erst nach zwei bis drei Wochen berichten können.

Aber so lange möchte ich Euch nicht auf meine Berichte warten lassen und darum berichte ich natürlich wöchentlich mit aktuellen Fotos.

Nun wünsche ich Euch und Euren Hunden allzeit Gesundheit und Lebensfreude und freue mich, wenn Ihr weiterhin zu meinen treuen Lesern gehört.

 

Eure Sabine Bröckel vom Neumann Gewürze- und Heilkräuter-Manufaktur-Team

 

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