Glanzstück

09.12.2014 08:41 | Für Pferde

 

Glanzstück

Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Fachartikel Fellwechsel

Nachfolgender Text ist ein Auszug aus dem oben per Link erreichbaren

 

Natürliche Vorgänge im Pferdeorganismus natürlich unterstützen


In erster Linie liegt es natürlich nah, dem Pferdeorganismus die fehlenden Substanzen, welche den Fellwechsel erleichtern, auf natürliche Weise zur Verfügung zu stellen und hierzu bieten sich vor allem essentielle Fettsäuren an, denn

  • Essentielle Fettsäuren

sind in geballter Form in Hanf, Leinsamen oder kaltgepresstem Leinöl, respektive Schwarzkümmelöl, enthalten, denn das verfügt neben den auch im Leinöl enthaltenen wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusätzlich über die Vitamine B, A, D, E, sowie Zink, Selen, Magnesium und ein ätherisches Öl (Nigellon), das eine immunstimulierende Wirkung hat. Ein Vorteil der Ölfütterung ist, dass viel Energie ins Pferd kommt, die den Organismus nicht mit großen Futtermengen belastet und dass Öle überdies dafür sorgen, dass die fettlöslichen Vitamine A und E aus dem Futter (z.B. Möhren) besser aufgenommen werden.

Einen ähnlich positiven Effekt haben Leinkuchen- und Schwarzkümmelflakes sowie Hanfsamen, denn auch sie enthalten ungesättigte Fettsäuren und ein geballtes Maß an essentiellen Nährstoffen. Beim Hanfsamen ist zusätzlich zu erwähnen, dass er die einzige Ölfrucht ist, welche alle neun essentiellen Aminosäuren und alle essentiellen Fettsäuren enthält und damit zweifelsfrei zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten gehört. Nur ganz wenige Ölsamen enthalten Gamma-Linolensäure (GLA) – Hanf enthält sogar 2 bis 4% Gamma-Linolensäure, deren Mangel zu schweren Stoffwechselstörungen führen kann. Die Hanffütterung wirkt sich – neben anderen positiven Effekten – beim Stoffwechsel unterstützend auf die Haut und die Haarbildung aus, kann eine Schuppenbildung beheben und bringt Glanz ins Fell.

Eine wichtige Lücke schließen auch Vitamine und beim Fellwechsel spielen vor allem die B-Vitamine und das fettlösliche Vitamin E eine maßgebliche Rolle

 

  • die B-Vitamine Folsäure und Biotin und das Vitamin E

Die Vitamine B9 und B7 sind maßgeblich am Zellwachstum und der Haarneubildung beteiligt. Folsäurefindet in Getreiderandschichten, Mühlennachprodukten, in Hefe und in Luzernegrünmehl natürliche Quellen

  • Vitamin E

Es fördert die Durchblutung und den Zellwachstum der Haut und kommt vor allem in Pflanzenölen vor

 

Bei einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Fütterung ist der Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen in der Regel zwar gedeckt, aber trotzdem sollte speziell auf einen etwas höheren Anteil der Mineralstoffe Magnesium und Schwefel, sowie der SpurenelementeZink, Mangan, Kupfer und Selen geachtet werden

 

  • Magnesium (enthalten in Luzerne, Petersilie, Schlüsselblume, Große Königskerze, Mikroalgen, Löwenzahnblättern) und Schwefel (enthalten in Brennessel, Wegerich, Petersilie, Huflattich, Große Königskerze, Augentrost, Hirtentäschelkraut)

Sie fördern ebenfalls die Durchblutung und den Zellwachstum der Haut

  • Zink (enthalten in Artischockenblättern), Mangan (enthalten in Luzerne, Petersilie), Kupfer (enthalten in Luzerne, Petersilie, Brennnessel, Vogelmiere) und Selen (enthalten in Sonnenblumenkernen)

Vor allem Zink ist nicht nur an der Bildung von Keratin beteiligt, das den Hauptbestandteil der Haare ausmacht, sondern fördert auch die Zellteilung und das Wachstum der Haare und der Haarwurzeln

Weil Kieselerde eine natürliche Substanz ist, die der Körper gut verwerten kann, sollte sie entweder in Form von Pflanzen, wie dem Ackerschachtelhalm oder als Pulver in einer Frühjahrs- oder Herbstkur Beachtung finden

  • Kieselerde (Silizium)

kommt eine hohe Bedeutung für die Haar- und Hautentwicklung zu

Aber nicht nur an Ackerschachtelhalm, sondern an Pflanzen im Allgemeinen sollte gedacht werden, wenn man seinem Pferd den Fellwechsel erleichtern möchte, denn schließlich ist gegen jedes gesundheitliche Problem ein Kraut gewachsen.

Beim Fellwechsel kommen vor allem Heilkräuter in Betracht, welche das Immunsystem stärken und den Stoffwechsel, die Entgiftung und Blutreinigung, sowie das Zellwachstum der Haut und das Fellwachstum anregen, wie sie in der ausgewogenen Kräutermischung „GLANZSTÜCK - Brillant gepflegt für innere und äußere Schönheit (Haut & Fell)” zusammengestellt wurden.

Glanzstück

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Enthalten sind handverlesene Heilkräuter:

  • Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Wenn es eine Pflanze gibt, der man einen besonders engen Bezug zu Haut, zur Schleimhaut und zum Fell zuschreiben kann, dann ist es der Ackerschachtelhalm, denn er ist nicht nur enorm reich an Kieselsäure, sondern überdies an Mineralstoffen wie Kaliumsalzen, Calcium, Magnesium, Aluminium, Eisen und Mangan. Der hohe Gehalt an Kalium stimuliert die Nierentätigkeit an und fördert damit die Ausscheidung von Stoffwechselablagerungen. Der Ackerschachtelhalm gilt überdies als blutreinigend und entzündungshemmend und kann den Fellwechsel höchst effizient unterstützen.

 

  • Birkenrinde (Betula)

Der Wirkmechanismus der Birkenrinden beruht auf der hohen Konzentration an Triterpenen (ca. 87%). Hierbei sind die wichtigsten Komponenten das juckreizstillende und gegen Bakterien wirkende Betulin, dessen Anteil etwa 80% ausmacht und die Betulinsäure (3%). Betulin hat überdies eine zellerneuernde Wirkung und kann die Regeneration der Oberhaut fördern, indem es verstärkt Kalzium-Ionen bereitstellt. Insofern trägt die Birkenrinde auch innerlich zur Heilung der Haut bei, denn die Anzahl der zur Wundheilung benötigten Entzündungsstoffe wird durch die Inhaltsstoffe der Birkenrinde erhöht und aktiviert weitere Proteine, die den Heilungsprozess beschleunigen. Neben der zellregenerierenden Wirkung unterstützen die Inhaltsstoffe der Birkenrinde die Haut auch gegen den Feuchtigkeitsverlust – die Haut bleibt elastisch und bildet eine starke Hautbarriere gegen äußere schädliche Einflüsse, denn gerade in der Zeit des Fellwechsels ist die Haut besonders stark gefordert und neigt darum auch zur Schuppenbildung.

 

  • Brennesselkraut (Urtica urens)

Als Unkraut vernichtet tut man der Brennnessel großes Unrecht, denn als Heilpflanze ist sie ein Allrounder, der sich sowohl zur Entschlackung und Entgiftung durch ihre blutreinigende, blutbildende, stoffwechsel- und haarwuchsfördernde Wirkung zur kurmässigen Anwendung beim Fellwechsel bewährt hat, vor allem wenn die Haut Schuppen bildet und der Fellwechsel nur sehr langsam von Statten geht. Aber auch bei Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Durchfall darf an die Brennnessel gedacht werden, denn sie ist auch geeignet zur Stimulierung der Verdauungsdrüsen in Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Außerdem gehören zu ihren Eigenschaften auch die Reinigung des ganzen Organismus – die Brennnessel ist eine hervorragende Pflanze zur Entgiftung und dem Abtransport von Toxinen, sowie der Entlastung und Entschlackung. Ebenso sollte bei Pferden mit Sommerekzem die Brennnessel innerlich und äußerlich, als Aufguss, zur Anwendung kommen

Brennessel

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  • Hagebuttenfrüchte (Rosa canina)

Als Bachblüte „Wild Rose“ steht die Heckenrose für die Hoffnung und Lebensfreude. Die Schalen dieser Hagebutte haben nicht nur eine gute Heilwirkung, sondern auch mit dem hohen Gehalt an Vitamin C eine abwehrkräftestärkende Wirkung. Die Hagebutte hat sich daher in der Hauptsache als hervorragender Vitamin C-Spender bewährt, denn ihr sehr hoher Gehalt an Ascorbinsäure (100 g frische Hagebutten enthalten 4000-5.000 mg Vitamin C) macht sie zu einer effektiven Hilfe bei Neigung zu Infektionskrankheiten, bei Schwächung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte und bei Erschöpfungszuständen. Sie regt die Widerstandskräfte an und wirkt dadurch stärkend in der Zeit der Rekonvaleszenz nach Krankheiten und beim Fellwechsel. Des weiteren schreibt man ihr eine blutreinigende Wirkung zu und damit wird die Haut als Entgiftungsorgan unterstützt. Durch ihren hohen Vitamingehalt wirkt die Hagebutte positiv auf die Bildung von gesundem Fell und starkem Hufhorn.

  • Kamillenblüten (Chamomilla recutita)

Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa und ihr typisch intensiver Duft entfaltet sich nicht erst bei der Anwendung, sondern steigt einem bereits in die Nase, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Leider wird auch sie, als Pflanze, die in der Nähe von Getreide wächst, eher als Unkraut betrachtet und bekämpft. Besonders bekannt ist ihre heilende, krampflösende und schmerzlindernde Wirkung auf den Magen-Darmtrakt sowie ihre beruhigende Wirkung, die besonders bei stressanfälligen Pferden relevant sein kann bei denen die Kamille gleichzeitig an zwei Stellen heilt, indem sie den Verdauungstrakt und das Gemüt entspannt. Für den Fellwechsel steht aber vor allem ihre harntreibende, antibakterielle und blutreinigende Wirkung im Mittelpunkt, denn damit wirkt die Kamille nicht nur Hautreizungen entgegen und macht den Krankheitskeimen das Leben deutlich schwerer, sondern sie unterstützt gleichzeitig die Niere bei der Entgiftung und hilft, die Krankheitserreger und andere schädliche Substanzen auszuschwemmen. Zusätzlich hat die Kamille eine höchst effizient wirkende stoffwechselfördernde Eigenschaft und bringt den aus dem Gleichgewicht geratenen Organismus wieder in eine gesunde Balance

 

  • Klebkraut (Galium aparine)

Die Pflanze verdankt ihren Namen ihrer enormen Haftkraft, bei der sie ihre feinen Härchen unterstützen. Besonders hervorzuheben ist ihr Reichtum an Kieselsäure – dem Nährstoff schlechthin für die Haut und das Fell. Dazu kommen die entzündungshemmenden Flavonoide, die zusammen mit den enthaltenen ätherischen Ölen Hautirritationen entgegenwirken. Die Tanningerbstoffe sind vor allem dem Verdauungssystem nützlich und verbessern den Appetit bei Pferden, die durch den Fellwechsel abnehmen. Alle Wirkstoffe zusammen stimulieren den Stoffwechsel, den Blutreislauf und das Lymphsystem und bringen den Organismus in Schwung. Vor allem Pferde, die im Fellwechsel zu angelaufenen, geschwollenen Beinen und Ödemen neigen, profitieren vom Klebkraut, denn es wirkt abschwellend. Klebkraut sorgt überdies für kräftige Hufe und ein glänzendes Fell, denn es enthält Nährstoffe wie Kalzium, Kupfer, Jod und Natrium.

 

  • Klettenwurzel (Arctium lappa)

Fast jeder, der schon einmal mit Haarausfall zu kämpfen hatte, kennt die haarwuchsfördernde Wirkung der Klettenwurzel. Die verdankt sie ihren Inhaltsstoffen, zu denen Inulin, Fettsäuren, Phosphorsäure, fettes Öl, ätherisches Öl, Tannine, Bitterstoffe, Phytosterine, Schleim und Teer. Die Klettenwurzel hat jedoch auch entzündungshemmende und blutreinigende Eigenschaften, was sie zu einer idealen Pflanze bei Hautproblemen macht. Überdies unterstützt die Klettenwurzel die Entgiftung des Organismus und den Fellwechsel, denn sie stärkt die Haut.

 

  • Löwenzahn (Taraxacum officinalis)

Diese Pflanzen gehört zu den Heilkräutern, die in keiner Frühjahrs- und Herbstkur fehlen sollte, denn sie aktiviert das Immunsystem und den Stoffwechsel, besonders den Hautstoffwechsel – beide sind gerade im Fellwechsel sehr gefordert und können darum die Unterstützung vom Löwenzahn sehr gut gebrauchen. Das Kraut entgiftet den Organismus über die Niere und die Leber und entlastet damit die Haut als Entgiftungsorgan. Überdies wirkt Löwenzahn blutreinigend und fördert die Durchblutung – hierbei wird auch das Fellwachstum unterstützt.

 

  • Ringelblumenblüten(Calendulae officinalis)

Diese goldgelben Blumen gelten sowohl bei innerlicher, als bei äußerlicher Anwendung als entzündungshemmend und haben eine heilende und damit zellregenerierende Wirkung auf die Haut Zu ihren wichtigsten Wirkstoffen gehören die in der Blüte enthaltenen, enzündungshemmend wirkenden Flavonoide. Zusammen mit den in den Blütenblättern enthaltenenätherischen Ölen hat die Pflanze zudem keimabtötende Eigenschaften und wirkt damit Bakterien, Viren und Pilzen entgegen. Aber auch die Triterpensaponine (Oleanolsäureglykoside) und die Triterpenalkohole (Faradiol) wirken nachweislich entzündungshemmend und können überdies Wassereinlagerungen (Ödemen) entgegenwirken. Die Abwehrkräfte stärken die in den Ringelblumenblüten enthaltenen Zuckerverbindungen (Polysaccaride).

 

  • Riesengoldrutenkraut(Solidago gigantea)

Diese Pflanze fördert die Aktivität der Glutathion-STransferasen (GST), die eine entscheidende Rolle in der Entgiftung des Organismus spielen, denn sie fördern die Umwandlung von gewebsschädigenden Substanzen in hydrophile Metaboliten. Diese werden dann über die Nieren und die Harnwege ausgeschieden, denn die Goldrute hat einen sehr starken Bezug zur Niere und wirkt als Diuretikum (Förderung der Harnausscheidung) entwässernd bei Wasseransammlung im Körper (Ödeme) und unterstützt die Ausschwemmung von Harn- und Giftstoffen. Die dadurch gesteigerte Durchspülung der Niere und der Harnwege hemmt pathogene Keime. Überdies regt die Enzymaktivierung der Glutathion-STransferasen den körpereigenen Schutz gegen toxische und mutagene Effekte an. Weitere Eigenschaften der Riesengoldrute sind ihre keimtötenden, blutreinigenden, entzündungswidrigen, adstringierenden (zusammenziehend) und gewebsschützenden Wirkungen - sie baut Nierengewebe auch auf und kräftigt es. Unterstützend wirken dabei ihre Inhaltsstoffe, zu denen hauptsächlich bis zu 3,8 % Flavonoide als Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin und deren Abkömmlinge gehören. Als zweite Wirkstoffgruppe sind die Triterpensaponine mit um die 10 % aktiv. Außerdem sind ätherisches Öl und Phenolkarbonsäuren wie Kaffee-, Ferula- oder Salizylsäure im Riesengoldrutenkraut nachgewiesen worden. All diese Wirksubstanzen sorgen in ihrer Kombination dafür, dass die Haut als Entgiftungsorgan entlastet und von der Niere unterstützt wird.

 

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

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