Entwurmen – natürlich und mit positiven Nebenwirkungen

13.03.2014 10:02 | Gesundheitliche Probleme mit Kräutern heilen

 

Entwurmen – natürlich und mit positiven Nebenwirkungen


Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Vermutlich gibt es wenige behandelnde Maßnahmen, die das Lager der Tierhalter so spalten, wie die Gabe von Wurmkuren. Während beispielsweise Pferdehalter von der Schulmedizin angehalten werden ihren Tieren 4 bis 5 Wurmkuren pro Jahr zu verabreichen und bei Fohlen sogar eine Entwurmung im Rhythmus von acht Wochen angeraten wird, was 6 bis 7 Wurmkuren im Jahr entspricht, setzen Hundebesitzer oft auf höchstens 3 bis 4 Wurmkuren im Jahr.

Dass natürlich Darmparasiten, vor allem wenn sie auch in andere Organe wandern, wie beispielsweise Lungenwürmer, sicher ungesunder sind, als die Wirkung einer Wurmkur, wie man sie beim Tierarzt kaufen kann, steht dabei außer Frage. Zur Sinnfrage wird jedoch das Thema, wenn Tierhalter vom allopathischen Weg der Entwurmung abweichen und statt auf die Wirkung von Benzimidazolen, Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin oder Praziquantel, lieber auf die Hilfe der natürlichen Heilkräuter vertrauen. Dabei liegt dieser Weg gerade bei Pflanzenfressern wie Pferden doch sehr nah – schließlich suchen sich Wildpferde instinktiv die Kräuter als Futter aus, die ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit dienen und eventuell vorhandenen Problemen entgegenwirken, denn kein Wildpferd frisst freiwillig eine allopathische Wurmkur und trotzdem sind es meist nur immungeschwächte Tiere, die unter Darmparasiten leiden, weil sich ein gesunder Organismus auch problemlos gegen ungebetene Gäste im Darm wehren kann.

Aber auch Omnivoren wie Hunde fressen Pflanzen und können von der heilenden Wirkung der Kräuterwirkstoffe profitieren. Einzig Katzen meiden in der Regel stark duftende Pflanzen und sie davon zu überzeugen, dass eine Kräuterwurmkur ihr Wohlbefinden steigert, ist nicht immer ganz leicht – wobei es trotzdem durchaus möglich ist.

 

Was spricht also gegen das Entwurmen mit der Heilkraft der Kräuter?


Im Prinzip gibt es kein Argument dagegen, außer vielleicht, dass eine allopathische Wurmpaste kurzfristig und radikaler wirkt – wobei dies tatsächlich aber auch für viele Tierbesitzer das Gegenargument schlechthin ist, denn dass Benzimidazole, Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin oder Praziquantel im Körper so schnell und effizient mit lästigen Parasiten aufräumen, liegt vor allem daran, dass es sich...

...bei den Substanzen um Gifte handelt, welche die adulten Würmer und die heranwachsenden Stadien töten und ein Mittel, das einen Wurm umbringt, kann auch für ein Pferd, einen Hund oder eine Katze nicht gesund sein.

Dazu kommt, dass diese Gifte nicht nur den Verdauungstrakt und die Leber des damit behandelten Patienten belasten, sondern überdies die Mikroorganismen im Boden vernichten, auf welchen der mit diesen Giften belastete Kot fällt, wenn das behandelte Tier ihn zusammen mit den Pferdeäpfeln oder den Hunde- oder Katzenhäufchen wieder ausscheidet.

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass Heilkräuter meist preisgünstiger sind, als die Produkte der Pharmazeutischen Industrie und ein günstiger Preis bei gleicher oder sogar gesundheitsschonenderen, respektive gesundheitsfördernderen Wirkung überzeugte sogar schon manchen Zweifler.

Dass allerdings die Hersteller allopathischer Wurmkuren und die meisten Tierärzte, welche ebenfalls vom Verkauf der Pasten, Tabletten oder Injektionen profitieren, ihre Einnahmen nur ungern schwinden sehen, wenn ihre Kunden lieber Heilkräuter füttern, als allopathisch zu entwurmen, ist durchaus nachzuvollziehen und dass sie darum auch selten zu Befürwortern der Kräuterwurmkur werden, sondern lieber ihre Medikamente empfehlen, kann man ihnen auch nicht verübeln – aber der "chemischen Keule" gegenüber kritisch zu bleiben, ist den verantwortungsvollen Tierhaltern, denen es vor allem um das Wohl ihrer vierbeinigen Freunde geht, trotzdem zu raten, denn der Darm ist nicht nur ein sensibles Organ, dessen ausbalancierte Darmflora durch giftige Substanzen aus allopathischen Wurmkuren ins Ungleichgewicht gerät, sondern er ist das Zentrum der Gesundheit von dem aus die körpereigne Abwehr gesteuert wird!

Tatsächlich wurde beispielsweise im Rahmen einer Studie des Münchener Instituts für Parasitologie, für die 30 Fohlen aus 7 verschiedenen Gestüten hinsichtlich des Befalls mit Spulwürmern untersucht wurden, festgestellt, ...

...dass die giftigen Substanzen in den Wurmkuren nicht nur die Darmflora angreifen und aus dem Gleichgewicht bringen, sondern damit überdies das Immunsystem schwächen, was sich darin zeigte, dass bereits 12 Tage nach einer Ivermectin-haltigen Wurmkur wieder Wurmeier im Kot der getesteten Fohlen nachgewiesen werden können.

Geht man nun also davon aus, dass die Faktoren, die dazu führten, dass sich Würmer im Körper eines Tieres einnisten konnten, nicht verändert werden, dann nützt also die allopathische Wurmkur auch nur bedingt, weil sie zwar zunächst die adulte Wurmpopulation und die unreifen Stadien der heranwachsenden Wurmgeneration im Körper tötet und die Parasiten ausgeschieden werden, aber dadurch, dass die giftigen Substanzen aus der Wurmkur nicht nur die Würmer sterben lassen, sondern gleichzeitig auch wichtige Keime, die an der Verdauung beteiligt sind vernichtet werden und damit die fein ausbalancierte Darmflora aus dem Gleichgewicht gebracht wird, verliert die körpereigne Abwehr ihre Kraft – daraus resultiert nicht nur ein geschwächtes Immunsystem, sondern eine Vereinfachung der erneuten Besiedelung des Verdauungssystem mit Parasiten, weil sich der Körper nicht mehr ausreichend dagegen wehren kann, nachdem der Darm seine Funktion aufgrund der ihm über Wurmkuren zugeführten Gifte, welche wiederum die Darmflora schädigten, nur noch eingeschränkt aufrecht erhält!

Wenn man also überhaupt über die Entwurmung mit der "chemischen Keule" nachdenken muss, weil vielleicht eine so massive Verwurmung vorliegt, dass nur eine schnelle und effiziente Behandlung größeren Schaden an den Organen verhindern kann, dann sollten auch gleichzeitig Präventivmaßnahmen erfolgen, welche die Gefahr eines erneuten Wurmbefalls minimieren.

Hierzu gehört:

  • Das saubere Entmisten der Einstreu in der Box, im Laufstall oder im Unterstand des Offenstalls
  • Das regelmäßige Abäppeln der Bewegungsflächen und Weiden, um den Parasitendruck zu minimieren
  • Das Ausbringen von Bodenhilfsmitteln wie effektiven Mikroorganismen, die Wurmeier, welche über den Kot in den Boden gelangten, unschädlich machen können
  • Das Vermeiden von Überweidung kleinerer Grasflächen
  • Das Vermeiden von zu vielen Pferden auf zu kleiner Fläche
  • Das Vermeiden von "wurmfreundlichem "Bodenmilieu", was bedeutet, dass man sehr feuchte Flächen mit Drainagemassnahmen abtrocknet, denn feuchte Weiden begünstigen den Befall von Moosmilben, die als Zwischenwirt für Bandwürmer aktiv werden.
  • Das Entfernen von den kleinen gelben Eiern, welche die Dasselfliegen gut sichtbar auf das Fell der Pferde – meist an den Vorderbeinen – klebt mit Hilfe einer Messerschneide, nachdem man die betroffenen Stellen mit Essig einweichte

Und last, but not least:

  • Die Darmsanierung immunschwacher Tiere mit Kräutern, damit die Abwehrkräfte stark genug werden, um auch ungebetene Gäste zu bekämpfen und die Zufütterung von Kräutern, die das Darmmilieu "wurmunfreundlich" werden lassen, sodass die ungebetenen Gäste keine Lust auf Fortpflanzung verspüren und freiwillig ausziehen
  • Und das Vermeiden von zu Getreidelastiger Fütterung, denn Würmer ernährten sich hauptsächlich von Kohlehydraten und mehr Heu und weniger Hafer ist hier eine der Devisen in der Pferdefütterung, die helfen können, dass Würmer sich im Tier unwohl fühlen

Es ist also auch den Besitzern von Tieren, die mit der "chemischen Keule" entwurmt werden, durchaus zu raten, Kräuter zu füttern, die wurmabweisend wirken, respektive eine gesunde Darmschleimhaut aufbauen und damit das Immunsystem unterstützen, um den Darm nach einer allopathischen Entwurmung zu sanieren und damit einer erneuten Entwurmung vorzubeugen.

 

Die Natur hält zu diesem Zweck verschiedene Pflanzen mit entsprechender Heilwirkung bereit:

1.     Hagebutte >>>

2.     Kokosraspeln >>>

3.     Wallnussblätter (aus unserer Heilkräuterliste)

4.     Kamille >>>

5.     Meerrettich >>>

6.     Labkraut >>>

7.     Pfefferminze >>>

8.     Brennnessel >>>

9.     Ulmenrinde (aus unserer Heilkräuterliste)

10.  Kürbiskerne >>>

11.  Nelken (aus unserer Heilkräuterliste)

12.  Fenchel >>>

13.  Kümmel >>>

14.  Gelbwurz (Kurkuma) >>>

 

Dopingrelevant und auch nicht für tragende Stutengeeignete Kräuter, da diese Wirkstoffe die Muskelkontraktion fördern und vorzeitige Wehen auslösen können:

1.     Beifuss >>>

2.     Wermut (aus unserer Heilkräuterliste)

3.     Thymian >>>

4.     Quassiaholz (aus unserer Heilkräuterliste)

5.     Knoblauch >>>

 

Vorsicht bei Zuchtstuten– die Wirkstoffe können Unfruchtbarkeit fördern:

1.     Papayablätter (aus unserer Heilkräuterliste)

 

Regelmäßiges Entwurmen – Gift oder Grünzeug?


Nun bleibt zum Schluss noch die Frage zu beantworten, wann eine Wurmkur angezeigt ist, denn das prophylaktische Entwurmen mit allopathischen Mitteln wird von immer mehr Tierbesitzern aufgrund der Nebenwirkungen abgelehnt. Leider ist aber eine Kotprobe nicht immer wirklich aussagekräftig, wenn gleich man darin den Wurmbefall von Rundwürmern zu denen u.a. Palisadenwürmer, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Lungenwürmer gehören, aufgrund von vorhandenen Wurmeiern nachweisen kann, aber weil die Würmer während ihrer Entwicklung im Körper unterwegs sind, bevor sie Eier legen, ist eine negative Kotuntersuchung kein 100%iger Nachweis, dass nicht bereits adulte Würmer im Darm aktiv sind.

Beim Befall mit Magendasseln ist der Befall sogar erst im folgenden Sommer (nachdem die Larven deutliche Schäden im Pferd hinterlassen haben) durch die Eier im Kot nachweisbar und ob sich ein Bandwurm im Blinddarm, respektive an der Hüft-Blinddarmklappe angeheftet hat, könnte man zwar aufgrund der hinteren, reifen Bandwurmglieder feststellen, die zusammen mit den Eiern über den Kot ausgeschieden werden, aber es zeigte sich leider auch, dass zwei von drei Kotuntersuchungen trotz Wurmbefall negativ ausfallen (wenn diese Glieder eben gerade nicht gefunden wurden).

Natürlich verändern sich verwurmte Tiere auch optisch:

bei Rundwurmbefall

  • werden die Tiere trotz gleichbleibender Futtermenge und gutem Appetit des Patienten mager
  • und das Fell wirkt struppig und glanzlos mit teilweise deutlich sichtbaren "Hungerhaaren", die bei Pferden oft unter dem Bauch als längere einzelne Haare zu sehen sind
  • wirkt der Bauch aufgebläht
  • bei Fohlen stagniert das Wachstum oder schreitet langsamer voran als bei gleichaltrigen gesunden Tieren
  • kann es zu Durchfall kommen, der nicht in einem Futterwechsel begründet liegt
  • können Koliksymptome auftreten
  • kann es zu Juckreiz am After kommen, aufgrund dessen sich das Pferd sie Schweifrübe aufscheuert

bei Lungenwürmern (die jedoch nur selten vorkommen)

  • kann es zu Husten und Nasenausfluss kommen

Würmer der Rundwurmart legen im Darm ihres Wirttieres Eier, welche dann über den Kot ausgeschieden werden. Die Tiere nehmen die Eier oder auch bei einigen Arten die Larven meist über das Weidegras oder die Einstreu in der Box auf (Hunde auch beim Kotschnüffeln oder beim Fressen der Losung von Wildtieren/ Freigängerkatzen nehmen die Würmer über Beutetiere oder über das Ablecken des Fells auf). Während ihrer Entwicklungsstadien wandern die Larven durch den Körper und können dort (besonders wenn sie in größerer Zahl da sind) massive Schäden anrichten. Die meisten Arten leben als adulter Wurm dann wieder im Darm (außer der Lungenwurm, der jedoch nur sehr selten auftritt), und legen wiederum Eier.

bei Magendassel

kann man die kleinen gelben Eier, welche die Dasselfliegen gut sichtbar auf das Fell der Pferde – meist an den Vorderbeinen – kleben, gut erkennen und mit Hilfe einer Messerschneide entfernen, nachdem man die betroffenen Stellen mit Essig einweichte

  • können zu Beginn der Infektion Kau- und Schluckbeschwerden auftreten
  • die Pferde magern ab, weil sie schlecht fressen und durch Verletzungen der Magenschleimhaut die Verdauung und Futterverwertung gestört wird
  • die Pferde sind auch meist matt und die Leistungsbereitschaft nimmt deutlich ab

Dasselfliegen kleben ihre gelben Eier an das Fell des Pferdes, häufig an den Vorderbeinen. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, werden vom Pferd abgeleckt. Sie wandern über die Zunge in die Mundschleimhaut und landen schließlich im Magen. Erst nach ca. neun Monaten werden sie im folgenden Sommer mit dem Kot ausgeschieden

bei Bandwürmern

  • wird meist ein massiver Gewichtsverlust sichtbar, der sich nicht mit mangelndem Appetit oder geringerer Menge der Futteraufnahme erklären lässt, denn die an die im Blinddarm, beziehungsweise an der Hüft-Blinddarmklappe angehefteten Parasiten nehmen mit ihrer Körperoberfläche Nahrungsbestandteile auf und sind damit wahre "Mitesser", die dem Wirtstier wenig Futter zur eigenen Verwertung übrig lassen.

Nachdem sich ein Bandwurm im Blinddarm, respektive an der Hüft-Blinddarmklappe angeheftet hat, werden die hinteren reifen Bandwurmglieder mit den Eiern über den Kot ausgeschieden. Danach wirken Moosmilben als Zwischenwirt und nehmen die Eier auf. Weil Moosmilben auf feuchten Weideflächen vorkommen, nehmen Pferde sie dort auch mit dem Gras auf und so gelangen die Eier in den Pferdedarm. Leider überleben Moosmilben auch im Heu, das auf feuchten Wiesen geerntet wurde und so geht auch von diesem Raufutter die Gefahr der Bandwurminfektion aus.

Noch ein Wort zu Resistenzen


Dass die "sanfteren" allopathischen Wurmkuren, welche auf der Basis von Benzimidazolen (Produkte: Panacur, Rintal) wirken und bei Rundwürmern zum Einsatz kommen, vielfach Resistenzen ergaben, ist längst kein Geheimnis mehr und leider wurden auch beim Wirkstoff Pyrantel (Produkt: Jernadex, Banminth) immer wieder Resistenzen beobachtet. Bislang ging man aber davon aus, dass es bei den Wirkstoffen Ivermectin und Moxidectin (Produkte: Eraquell, Ivomec, Furexel, Equest). keine Resistenzen möglich sind. Aktuell gibt es jedoch neue Hinweise auf Würmer, die auf Ivermectin nicht mehr ansprechen. Des Weiteren ist zu beachten, dass Zwergfadenwürmer nicht auf Pyrantel ansprechen und Moxidectin nicht beim Befall mit Lungenwürmern eingesetzt werden sollte. Auch die Bandwurmmittel mit Praziquantel (Produkte: Droncit (Einzelmittel) Equimax (Kombipräparat)) können bei häufigerer Gabe auf Verdacht, ohne bestätigten Wurmbefund, wirkungslos werden.

Nun wäre es aber ein Trugschluss anzunehmen, dass nur allopathische Wirkstoffe wirkungslos bleiben, wenn sie falsch, unterdosiert oder dauerhaft angewendet werden, denn natürlich kann auch die Naturheilkunde und speziell die Phytotherapie mit Heilkräutern ebenfalls in ihrer Wirkung abgeschwächt werden, wenn man die Pflanzen als Dauergabe füttert, statt sie als Kräuterkur anzuwenden. Allerdings sind es hier nicht die Würmer, die sich an den Wirkstoff gewöhnen und ihn unbeschadet überstehen, sondern es ist der Körper selbst, der sich an die Inhaltsstoffe gewöhnt und nicht mehr so zuverlässig darauf reagiert.

Darum bleibt jedem Tierhalter zu raten, dass er weder allopathische, noch natürliche Heilmittel nach dem Motto: "Viel hilft viel" verfüttert und abwägt, ob eine Behandlung angezeigt ist. Gewiss richtet man mit Kräutern, wenn sie richtig dosiert und nicht dauerhaft gegeben werden, eigentlich keinen Schaden beim Patienten an – meist steigert sich über die Behandlung sogar das allgemeine Wohlbefinden -, aber trotzdem sollten auch Kräuter nicht ohne fachliche Beratung angewendet werden, denn was der Wallach problemlos verträgt, kann bei der tragenden Stute zum Verfohlen führen.

Benzimidazole (Produkt: Panacur, Rintal)

Hier wurden häufig Resistenzen beobachtet. Ein zweiter Wirstoff ist das Pyrantel (Produkt: Jernadex, Banminth), eine dritte Wirkstoffgruppe und von den Tierärzten heute am häufigsten empfohlen ist Ivermectin und Moxidectin (Produkte: Eraquell, Ivomec, Furexel, Equest). Hier ist man bisher davon ausgegangen, dass keine Resistenzen möglich sind. Aktuell gibt es jedoch neue Hinweise auf Würmer, die auf Ivermectin nicht mehr ansprechen. Des Weiteren ist zu beachten, dass Zwergfadenwürmer nicht auf Pyrantel ansprechen und bei Lungenwürmern nicht Moxidectin eingesetzt werden sollte. Praziquantel bekämpft (Produkte: Droncit (Einzelmittel) Equimax (Kombipräparat))

Rundwürmer

dazu gehören u.a. Palisadenwürmer, Spulwürmer, Zwergfadenwürmer und Lungenwürmer. Diese Wurmarten legen im Darm Eier, welche dann über den Kot ausgeschieden werden. Die Pferde nehmen die Eier oder auch bei einigen Arten die Larven über das Futter auf. Während ihrer Entwicklungsstadien wandern die Larven durch den Körper und können dort (besonders wenn sie in größerer Zahl da sind) massive Schäden anrichten. Die meisten Arten leben als erwachsener Wurm dann wieder im Darm (außer der Lungenwurm, der jedoch nur sehr selten auftritt), und legen wiederum Eier.

Deshalb entwickelten wir eine Kräutermischung zur Entwurmung: Wurm Up

Wurm Up

Bild anklicken und zur Kräutermischung gelangen

Gabe als Kur:

1 Woche lang täglich zwischen 80g und 150g (je nach Größe des Pferdes) angefeuchtet unter das Kraftfutter geben. Danach 1 Woche pausieren und nochmals 1 Woche eine Wiederholung durchführen.

 

Für alle, die es ganz genau wissen möchte, gehe ich hier noch einmal auf die spezifischen Wirkstoffe der einzelnen Kräuter ein


  • Beifuss (Vorsicht bei tragenden Stuten – die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen)

Beifuss enthält nicht nur Wirkstoffe wie Gerbstoffe und Bitterstoffe (z.B. Sesquiterpenlactone), die bei der Darmsanierung eine wichtige Rolle spielen, sodass zum Beispiel Durchfallerkrankungen, die auf einer gestörten Darmflora basieren, gestoppt werden können, sondern entfaltet auch eine antibakterielle Heilwirkung im Darm, sodass das Gleichgewicht der verdauungsfördernden Keime wieder ins Gleichgewicht gebracht wird.

Gerade bei der Entwurmung spielt aber auch seine antimykotische Heilwirkung eine große Rolle, weil Beifuss mit Hilfe seiner ätherischen Öle wie Kampfer, Cineol und Thujon ein Darmmilieu schafft, in dem sich Pilze, aber auch Parasiten nicht mehr wohlfühlen und sich damit auch nicht mehr fortpflanzen, respektive freiwillig ausziehen. Darüber hinaus kann das enthaltene Thujon die adulten Würmer lähmen, wodurch sie inaktiv und ausgeschieden werden. Eine weitere Wirkung der Substanzen im Beifuss ist die Förderung der Kontraktion der Muskulatur, wodurch der Wurmaustrieb erleichtert wird, aber leider kann von der kontraktionsfördernden Wirkung auch der Uterus der tragenden Stute betroffen werden und es kann zu vorzeitigen Wehen kommen, die einen Abort zur Folge haben könnten.

  • Hagebutte

Als Bachblüte "Wild Rose" steht die Heckenrose für die Hoffnung und Lebensfreude und die soll sie auch verwurmten Pferden zurückgeben können, denn mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C entfalten die Schalen der Hagebutte eine abwehrkräftestärkende Wirkung. Die Hagebutte hat sich daher in der Hauptsache als hervorragender Vitamin C-Spender bewährt, denn ihr sehr hoher Gehalt an Ascorbinsäure (100 g frische Hagebutten enthalten 400-5.000 mg Vitamin C) macht sie zu einer effektiven Hilfe bei Neigung zu Infektionskrankheiten bei Schwächung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte und bei Erschöpfungszuständen. Sie regt die Widerstandskräfte an und wirkt dadurch stärkend in der Zeit der Rekonvaleszenz nach einer überstandenen Entwurmung und zur Vorbeugung gegen eine Neuinfizierung mit Würmern. Des weiteren schreibt man ihr eine blutreinigende Wirkung zu, was gerade bei der Darmsanierung und Entgiftung nach einer allopathischen Wurmkur sehr hilfreich sein kann, denn sie unterstützt und stärkt die Leber als Entgiftungsorgan.

  • Kokosraspel

Das Fruchtfleisch der Kokosnuss enthält die wertvolle Laurinsäure, die man vor allem als Bestandteil der Muttermilch kennt und der man eine ihrer besonders wichtigen Eigenschaften zuschreibt: Die Steigerung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte! Diese gesättigte Fettsäure mittlerer Kettenlänge ist in Kokosöl mit 40 % bis 50 % enthalten und macht Kokosraspeln auch in der Darmsanierung und der Entwurmung von Tieren extrem hilfreich, denn die antimikrobiellen Effekte der Laurinsäure gegen Bakterien, Hefen, Pilze und bestimmte Viren sind seit den 1960er Jahren bekannt.

In den 90-ger Jahren entdeckte man zusätzlich spezifische antivirale Wirkung gegen das Herpes simplex Virus, Masern und HIV, sowie viele andere Viren und unter diesem Aspekt betrachtet, unterstützen Kokosraspeln den Darm nicht nur im Kampf gegen unerwünschte Gäste, sondern stärken auch die Darmschleimhaut und helfen beim Aufbau einer gesunden und ausbalancierten Darmflora, die sich durchaus auch selbst gegen Parasiten wehren kann. Dass die Kokosnuss überdies auch die wertvolle Folsäure, sowie Zink und Selen liefert, ist zwar für den Effekt der Entwurmung nicht ganz so wichtig, aber es zeigt, dass die natürliche Entwurmung mit der Pflanzenheilkraft die ganz sicher erwünschte "Nebenwirkung" hat, dass sie auch das Allgemeinwohl des Patienten verbessert.

  • Walnussblätter

Die hervorragendste Eigenschaft der Walnussblätter ist ihre adstringierende Wirkung, denn durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen, sowie Gerbsäuren, Tanninen, Bitterstoffen, Flavonoiden, Juglon und ätherischen Ölen, die zusammenziehend, aber auch anregend wirken, gehören Walnussblätter zu den Heilkräutern, die dem gesamten Verdauungssystem nützlich und förderlich sind. Dazu kommt eine ausgeprägte entzündungshemmende und eine gerade nach dem Einsatz von allopathischen Wurmkuren heilsame, weil blutreinigende Wirkung. Dass ätherische Öle das Darmmilieu "wumunfreundlich" werden lassen, hilft nicht nur beim Abtreiben der Würmer und Eier, sondern auch der Neuinfektion, denn wo sich Würmer nicht wohl fühlen, ziehen sie auch nicht ein.

  • Kamille

Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa und ihr typisch intensiver Duft entfaltet sich nicht erst bei der Anwendung, sondern steigt einem bereits in die Nase, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Leider wird auch sie, als Pflanze, die in der Nähe von Getreide wächst, eher als Unkraut betrachtet und bekämpft. Dabei ist die Kamille auch bei der natürlichen und pflanzlichen Entwurmung und Darmsanierung von hohem Wert, weil sie eine ausgeprägt antibakterielle Wirkung hat und überdies heilend und beruhigend auf die Darmschleimhaut Einfluss nehmen kann und Entzündungen abklingen lässt.

Zusammen mit Fenchel, Anis und Kümmel bei Neigungen zu Kolik, Durchfall oder Verstopfung kann Kamille solchen Problemen vorbeugen und sogar bei stressanfälligen, nervösen Pferden, welche zu Krampfkoliken neigen, gleichzeitig an zwei Stellen heilen, indem sie den Verdauungstrakt und das Gemüt entspannt. Abgesehen von ihrer Unterstützung bei der Darmsanierung, hilft Kamille aber außerdem auch bei der Blutreinigung, sowie der Entgiftung und macht nicht nur Krankheitskeimen das Leben schwerer, die mit ihrer harnfördernden Wirkung schneller ausgeschwemmt werden, sondern entlastet damit auch die Leber nach allopathischen Wurmkuren.

  • Meerrettich

Zusammen mit dem Gingerol des Ingwers, machte der "Ingwerpapst" Stefan Brosig nicht nur die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung dieses Scharfstoffes bekannt, sondern protegierte auch die Heilwirkung der Senföle aus dem Meerrettich als entzündungshemmend und antibakteriell – zwei Eigenschaften, welche gerade in der Darmsanierung und im Aufbau einer gesunden Darmschleimhaut eine wichtige Rolle spielen.

Dazu kommt, dass Senföle, wi auch andere ätherische Öle das Darmmilieu wurmunfreundlich werden lassen, sodass sich die ungebetenen Gäste darin weder wohlfühlen, noch fortpflanzen und in der Regel sogar freiwillig wieder ausziehen, respektive gar nicht erst einziehen. Doch die "Wunderwurzel" kann noch mehr: Meerrettich ist nämlich überdies vitaminreich und besonders das Vitamin C spielt im Aufbau der körpereignen Abwehrkräfte eine wichtige Rolle und das liefert Meerrettich in hohem Maß. So stärkt sich das Immunsystem und einem Neubefall mit Würmern wird damit höchst effizient und trotzdem ganz natürlich vorgebeugt.

  • Labkraut

Was für unsere Nasen wohlduftend erscheint, ist für manche Insekten ein Grund, schleunigst das Weite zu suchen und so ist es auch beim Labkraut, denn es enthält Cumarine, deren Geruch an duftendes Heu erinnert, aber der als natürliches Antimottenmittel bei ungebetenen Gästen im Kleiderschrank, aber auch bei denen, die im Darm einziehen, sehr wirksam sein kann. Aber Labkraut wird zusätzlich aufgrund der ebenfalls enthaltenen Saponine in seiner Wirkung unterstützt, das Darmmilieu wurmunfreundlich werden zu lassen und das trägt nicht nur zu einer natürlichen Entwurmung, sondern überdies auch zu einem Schutz vor einer Neuinfektion mit Darmparasiten bei. Nicht zu vergessen ist aber auch sein Beitrag zur Darmsanierung und Heilung von Entzündungen im Magen- und Darmbereich.

  • Wermut (Vorsicht bei tragenden Stuten – die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen)

Der Wermut wurde vor allem als Bestandteil des "Künstlerschnapses Absinth" bekannt, denn man schrieb ihm eine inspirierende, bewusstseinserweiternde Wirkung zu, wobei er bei regelmäßigem und hochdosiertem Genuss immer wieder zusinnverwirrenden Nebenwirkungen wie Wahnvorstellungen, Schwindelanfällen und Delirien führen kann, weshalb Absinth über einen längeren Zeitraum sogar verboten wurde. Trotzdem ist er seitvielen Jahrhunderten als Wurm- und Parasitenmittel bei Infektionen mit Würmern und Darmparasiten bekannt und wirksam, denn man nimmt an, dass die Santonin-Laktone, die der Wermut in reichem Maß enthält, die Hauptwirkstoffe für den Einsatz gegen Würmer sind. Außerdem können die Thujone die Rundwürmer lähmen, so dass sie mit der Peristaltik des Darmes ausgeschieden werden können.

Bedenken sollte man bei der Verwendung von Wermut allerdings auch, dass sein ätherisches Öl zwar das Darmmilieu zusätzlich wurmunfreundlich werden lässt, aber es leider auch leicht giftig ist, weshalb er auch nicht bei Magen- und Darmgeschwüren und auch nicht über einen längeren Zeitraum und in höheren Dosen angewendet werden sollte. Auch auf die Verwendung während der Trächtigkeit sollte eher verzichtet werden, denn dieses Heilkraut kann die Muskelkontraktion fördern und damit vorzeitige Wehen auslösen.

Hauptwirkstoff im Wermut sind die ausgeprägten Bitterstoffe, welche den Wermut zu den wichtigsten Bitterkräutern, die zur Stärkung der Verdauung verwendet werden, macht, aber gerade diese Bitterstoffe zeichnen sich auch durch ihr starkes Aroma aus und so kann es bei Tieren durchaus zur Ablehnung und Futterverweigerung kommen, obwohl der Wermut sich gegen Verdauungsprobleme infolge ungenügender Säureproduktion und zur Anregung der Verdauungssäfte gerade bei Fehlgärungen und Blähungen bewährt hat. Leider entfalten diese Bitterstoffe ihre volle Wirkung auch nur, wenn sie nicht durch die gleichzeitige Verwendung durch Süßmittel (Honig, Traubenzucker) abgemildert werden und das kann eine Gabe an sensible Tiere erschweren.

Lohnen wird sich der Versuch aber, denn wenn Tiere dieses Heilkraut annehmen, sorgt es für die Stärkung der entgiftenden Organe wie Leber und Niere und wirkt blutbildend und blutreinigend, sodass Wermut ideal geeignet ist, um den Entgiftungsvorgang nach einer allopathischen Wurmkur zu unterstützen.

  • Pfefferminze

Obwohl das Hauptanwendungsgebiet eigentlich der positive Einfluss ist, welchen die Pfefferminze auf den Magen-Darmtrakt ausübt, denn sie ist verdauungsfördernd, entblähend, wirkt gegen Durchfall und krampflösend bei der Neigung zu Koliken, sollte man sie nur als Kur anwenden und nicht dauerhaft, weil ihre Inhaltsstoffe, zu denen ätherische Öle (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe gehören, auch tonisierend, also kräftigend, aber auch spannungsfördernd wirken und dies kann auch bei dauerhafter Gabe zu Magenschmerzen führen.

Fast scheint es, als sei die Pfefferminze überhaupt eine widersprüchliche Pflanze, denn eine ihrer Eigenschaften ist die Schmerzstillung – was eigentlich Magenschmerzen schwinden lässt, aber genau die Effizienz ihrer Wirksamkeit macht die Pfefferminze eben auch wertvoll, denn sie tut ihre Pflicht und dazu braucht sie auch nicht lange, respektiv eben nur so lang, bis die Gesundung eintritt und danach würde jede Wirkung der Pfefferminze kontraproduktiv.

Als Mittel zur Entwurmung punktet sie mit antibakterieller, entzündungshemmender und keimtötender Wirkung und dass ätherische Öle das Milieu des Darms wurmunfreundlich werden lassen, ist inzwischen ebenfalls bekannt. So unterstützt die Pfefferminze nicht nur die Entwurmung, sondern auch die Darmsanierung und Neuinfektion nach einer allopathischen Wurmkur. Hierbei ist insbesondere erwähnenswert, dass die Pfefferminze auch die Niere beim Entgiften entlastet, aber nicht zu vergessen ist, dass man Pfefferminze, wie übrigens auch alle anderen Minzarten nicht in der Trächtigkeit verwenden sollte, weil es eventuell Fehlgeburten auslösen könnte.

  • Thymian (Vorsicht beim sportlichen Einsatz von Turnierpferden, wegen DOPING!/ Vorsicht bei tragenden Stuten – die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen)

Der Thymian ist nicht nur eine interessante Gewürzpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze, welche ihr Haupteinsatzgebiet zwar in der heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane findet, aber auch sonst kaum einen Bereich auslässt, in dem er nicht seine positive Wirkung anbietet. Bei der natürlichen, weil pflanzlichen Entwurmung und der Darmsanierung spielen vor allem Eigenschaften des Thymian wie seine antibakterielle, entzündungshemmende, pilztötende und desinfizierende Wirkung eine Rolle und natürlich darf an Thymian bei Verdauungsstörungen, Neigungen zu Koliken, Blähungen und Durchfall gedacht werden, denn seine anregende Wirkung hilft bei allen Problemen des Magen-Darmtraktes (und damit auch bei und nach einer Wurminfektion) und überdies ist er krampflösend.

Doch auch wenn der Thymian nun den Eindruck erweckt, das reinste Wundermittel zu sein, tonisieren und stärkend wirkt, sollte er mit Vorsicht eingesetzt werden, denn durch seine hohe Dosierung von viel ätherischen Ölen wie Cymol und Tymol hat er zwar die schon angesprochene desinfizierende Wirkung, die auch zu einem wurmunfreundlichen Milieu im Darm führt und die Wurmaustreibung fördert, aber er kann leider auch zu Herzrhythmusstörungen führen, wenn man ihn höher als mit 25 Gramm pro Tag zum Einsatz bringt.

Auch während der Trächtigkeit sollte Thymian eher nicht eingesetzt werden, obwohl er bei der Geburt als wehenfördernd und geburtserleichternd beschrieben wird, aber da bei Pferden zu früh geborene Fohlen meist lebensschwach und noch nicht reif für das Leben außerhalb des Uterus sind und die Geburt bei Pferden recht schnell von statten geht, wäre sein vorbeugender Einsatz nicht angezeigt, weil es dadurch zu einer vorzeitigen Geburt kommen könnte und sein kurzfristiger hilfreicher Einsatz wäre, wenn das Fohlen schon unterwegs ist, wohl eher schwierig.

  • Brennnessel

Als Unkraut vernichtet tut man der Brennnessel großes Unrecht, denn als Heilpflanze ist sie ein Allrounder, der sich sowohl zur Entschlackung und Entgiftung durch ihre blutreinigende, blutbildende, stoffwechsel- und haarwuchsfördernde Wirkung zur kurmässigen Anwendung beim Fellwechsel bewährt hat, vor allem wenn die Haut Schuppen bildet und der Fellwechsel nur sehr langsam von Statten geht.

Aber auch bei Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Durchfall darf an die Brennnessel gedacht werden, denn sie ist auch geeignet zur Stimulierung der Verdauungsdrüsen in Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Außerdem gehören zu ihren Eigenschaften auch die Reinigung des ganzen Organismus, weshalb nicht nur zur Entwurmung und zur Darmsanierung an Brennnesseln gedacht werden sollte, sondern auch nach allopathischen Wurmkuren, denn ihre Wirkstoffe unterstützen die Entgiftung des Organismus und den Abtransport von Toxinen, sowie die Entlastung der Entgiftungsorgane und die Entschlackung des Körpers.

  • Ulmenrinde

Wie in vielen Baumrinden, wirkt auch in der Ulmenrinde vor allem die Gerbsäure, sowie Bitterstoffe und Gerbstoffe adstringierend auf die Schleimhäute des Verdauungstraktes und damit wird die Verdauung und der Aufbau einer intakten Magen-Darmschleimhaut gefördert. Diese zusammenziehende Wirkung der Ulmenrinde ist es auch, welche ihren Einsatz bei der Entwurmung und der Darmsanierung anzeigt, aber nicht zu vergessen ist auch die entzündungshemmende Wirkung, die dafür sorgt, dass kleinere Verletzungen durch massiven Wurmbefall abheilen, ohne dass daraus Geschwüre entstehen. Dazu kommen aber zusätzlich die heilungsfördernden Schleimstoffe, die beim Aufbau einer intakten Darmschleimhaut vor allem nach einer allopathischen Entwurmung helfen können.

  • Quassiaholz (Vorsicht bei tragenden Stuten – die Wirkstoffe fördern die Muskelkontraktion und können vorzeitige Wehen auslösen)

Aufgrund der diversen Inhaltsstoffe – vor allem dem namensgebenden Quassin - wird Quassiaholz zum einen als Heilmittel bei Magen-, Darm und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Zum anderen wurde es als Fliegenholz bekannt und im Bereich der natürlichen Insektizide eingesetzt, mit denen Pflanzen vor Fraßfeinden geschützt werden. Die Eigenschaft, Parasiten zu vertreiben ist es natürlich auch, die bei einer natürlichen Entwurmung auf pflanzlicher Basis an Quassiaholz denken lässt, denn so ziehen auch Würmer lieber wieder aus dem Darm aus, als sich dort zu vermehren und wohl zu fühlen.

Allerdings bleibt zu beachten, dass die Wirkstoffe aus dem Quassiaholz zwar die adulten Würmer lähmen und die Darmperistaltik anregen, wodurch der Wurmaustrieb vereinfacht wird, aber Quassin kann leider auch toxisch wirken und führt dann nicht nur dazu die Würmer zu lähmen, sondern auch zur Senkung der Herzfrequenz. Zwar wird diese Wirkung bislang ausschließlich bei parenteraler Verabreichung – also bei Injektionen oder ähnlicher Eingabe in den Körper ohne dass der Wirkstoff den Darm passiert – festgestellt, aber wie immer gilt auch bei Quassiaholz, dass die Dosis das Gift bestimmt und darum sollte Quassiaholz entweder höchstens mit 15 bis 20 Gramm pro Tag dosiert oder als Kaltauszug verabreicht werden. Bei trächtigen Tieren sollte auf Quassiaholz verzichtet werden, denn Quassin kann aufgrund seiner kontrahierenden Wirkung auf Organe mit glatter Muskulatur wehenfördernd wirken und zum Abort einer unreifen Leibesfrucht führen.

  • Kürbiskerne

Nicht nur zu Halloween sollte der Kürbis im Mittelpunkt stehen dürfen, denn er ist nicht nur vitamin-, mineralstoff-, spurenelement- und proteinreich, sondern seine Kerne sind überdies wertvolle Phytopharmaka und so wurde der Kürbis auch von der Universität Würzburg zur Heilpflanze des Jahres 2005 gekürt. Hierbei spielte sowohl die antioxidative Wirkung vom Kürbis in der Krebsvorsorge, als auch die Salizylsäure als natürliches Schmerzmittel und seine positive Wirkung auf die Prostata eine große Rolle, aber leider ist weniger bekannt, dass Kürbiskerne sehr effektiv gegen Würmer wirken und so sollten sie bei keiner pflanzlichen Wurmkur fehlen.

  • Papayablätter (Vorsicht bei Zuchtstuten – die Wirkstoffe können Unfruchtbarkeit fördern)

Die Papaya ist nicht nur eine sehr wohlschmeckende tropische Frucht, sondern ihre Samen und Blätter sollen tatsächlich auch ein sehr effizientes pflanzliches Entwurmungsmittel sein, das zusätzlich wohltuend auf den gesamten Verdauungstrakt wirkt und sowohl gegen Durchfall hilft, als auch die Verdauung fördert. Überdies enthält die Papaya Wirkstoffe, welche die Entgiftung des Organismus unterstützen, was vor allem nach allopathischen Wurmkuren zur Darmsanierung empfehlenswert ist.

Interessant ist aber auch der sehr hohe Vitamin C-Gehalt, der die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt und so zusätzlich einer Neuinfektion mit Würmern vorbeugen kann, denn im Prinzip sollte jeder gesunde Organismus in der Lage sein, sich selbst vor Parasiten zu schützen und sich gegen sie zu wehren – mit einem intakten Immunsystem ist dies in der Regel auch kein Problem. Allerdings gibt es leider auch bei der Papaya minimale Einschränkungen ihres Einsatzgebietes, obwohl sie natürlich gegen Würmer wirkt und nicht giftig ist, aber sie enthält Phytohormone, die tatsächlich zur Empfängnisverhütung beitragen können.

Bei Wallachen, Hengsten und Stuten, die nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen, sind Papayablätter darum auch trotzdem zur pflanzlichen Entwurmung unbedenklich zu verfüttern, aber wer auf ein Fohlen aus seiner Stute hofft und ihre Fruchtbarkeit nicht einschränken möchte, dem ist von Papayablättern eher abzuraten.

  • Knoblauch (Vorsicht beim sportlichen Einsatz von Turnierpferden, wegen DOPING!)

Knoblauch ist, auch wenn man seinen extremen Geruch nicht schätzt, trotzdem gerade in der Pferdehaltung interessant, denn eine Frühjahrskur mit frischem oder getrockneten Knoblauchzehen, welche man ins Futter gibt, sollen in der Weidesaison lästige Fliegen und Bremsen abhalten, die seinen Geruch wohl auch nicht mögen, welchen das Pferd nach dem Verzehr ausströmt. Dass es auch an eben diesem Geruch liegt, dass sich auch Würmer in einem knoblauchgefütterten Pferd nicht wohl fühlen, ist tatsächlich erwiesen, denn das ätherische Öl aus der Knoblauchknolle wird selbst im Humanbereich zur Therapie bei Parasitenbefall und Verwurmung empfohlen.

Weil bei massivem Wurmbefall auch die Kolikneigung bei Pferden höher wird, schätzt man beim Knoblauch auch seine entkrampfende und entblähende Eigenschaft, wobei er zwar gegen Verdauungsprobleme hilfreich zum Einsatz kommt, weil er stärkend wirkt, aber bei hohen Dosen auch zu Durchfall führen kann, da Tagesdosen von 0,2 Gramm pro Kilogramm Lebendgewicht (also beim 650 kg schweren Pferd ca. 130 Gramm) abführend und blutbildverändernd wirken können. Nicht zu vergessen ist leider auch, dass Turnierpferde leider auch nicht von den so positiven Eigenschaften des Knoblauchs profitieren können, weil eine Dopingprobe bei einem knoblauchgefütterten Pferd positiv wird.

Wer sich mit seinem Pferd jedoch fern vom Ehrgeiz der Jagd nach Schleifen und Pokalen bewegt, der kann mit Knoblauch auch das Immunsystem seines Pferdes stärken und damit auch die natürlichen Abwehrkräfte in Gang setzen, damit sich der Organismus selbst gegen lästige Gaste im Darm wehren kann.

 

Sabine Bröckel

vom Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann Tiergewürze

 

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