Antiinsektenöl für Pferde – Equiwohl gegen Plagegeister und Juckreiz

20.08.2014 08:10 | Für Pferde

 

Antiinsektenöl für Pferde – Equiwohl gegen Plagegeister und Juckreiz


Von Sabine Bröckel / Tierheilpraktikerin, Autorin und Besamungswartin

Sommer, Sonne, Insektenplage

Bremsen, Fliegen und Kriebelmücken können Pferdebesitzern und ihren vierbeinigen Lieblingen die Freude am Sommer ziemlich verdrießen.

Nicht nur die „Schubberpferde“ werden von der geflügelten Armada geplagt. Auch weniger empfindliche Pferde können das Weidedasein, die Arbeit auf dem Reitplatz oder die Ausflüge ins Gelände nicht uneingeschränkt genießen, weil sie von großen Brummern und kleinen Blutsaugern gebissen und gestochen werden.

Der Reitsporthandel bietet jedoch Hilfe an: Flüssige oder gelartige Antiinsektenmittel mit relativ harmlosen und überdies natürlichen Wirkstoffen, die man entweder von Hand oder mittels Schwamm aufs Pferdefell aufträgt oder mit denen man mit Hilfe eines Sprühers das Pferd einnebelt, vertreiben die Lästlinge.

Doch spätestens wenn das Pferd schwitzt, verflüchtigt sich die Wirkung meist schnell.

 

Pflanzliche Insektizide – harmlos oder höchst gefährlich?


Wer sich und seinem Pferd über einen längeren Zeitraum Ruhe vor den Plagegeistern verschaffen möchte, nutzt die „chemischen Keulen“ in Form der so genannten „Pour-on-Lösungen“, die in der Regel vom Tierarzt vertreiben werden.

Kurzzeitig beruhigt es sicher das Gewissen, wenn man in der Liste der Inhaltsstoffe vor allem natürliche Substanzen findet. Schließlich ist „natürlich“ doch gleichzusetzen mit „gesund und ungefährlich“, oder?

Im Bezug auf Insektizide bedeutet der Hinweis auf „natürliche Wirkstoffe“ in der Zusammensetzung der Insektizide aber leider nicht, dass in der Anwendung keine Risiken für die Gesundheit des Pferdes liegen können. Zwar ist die Substanz, welche insektizid wirkt, pflanzlichen Ursprungs, aber auch Pflanzen können giftig sein.

Allein der Hinweis auf der Verpackung, dass man sich nach der Anwendung die Hände waschen soll oder noch besser, dass man Handschuhe tragen soll, wenn man die Lotion aufs Pferdefell aufbringt, sollte nachdenklich stimmen. Vor allem, weil unter den Nebenwirkungen die Möglichkeit von Hautreizungen aufgeführt wird.

Nun ist aber ganz sicher auch die Argumentation der Pferdebesitzer und Reiter nachzuvollziehen, welche das Sicherheitsrisiko durch Bremsenattacken auf die Pferde höher einstufen, als eine gereizte Hautstelle im Fell, wo das Insektizid aufgetragen wurde: Unruhige Pferde, die unter dem Sattel kopflos durchgehen, Reiter, die von ihren davon stürmenden Pferden stürzen oder Weidepferde, die in ihrer Panik, gestochen zu werden, Koppelzäune ignorieren und schlimmstenfalls auf die Straße flüchten, wo sie sich und andere in Gefahr bringen, rechtfertigen den Gebrauch von Insektiziden ganz sicher – aber muss es gleich der Einsatz von Nervengift sein, der Abhilfe schafft?

 

Mit Chrysanthemen gegen Insekten und Parasiten


Die Pour-on-Lösungen, die tatsächlich Insekten fern halten sollen, auch wenn man sie nur einmal alle 14 Tagen anwendet, werden auf das Fell des Pferdes aufgebracht. Sie durchdringen dann die Haut des Pferdes und gelangen ins Blut, wo die Wirkstoffe es für alle Blutsauger zur tödlichen Mahlzeit werden lassen, sobald sie das Pferd „anzapfen“.

Allerdings wird sich der aufmerksame Pferdebesitzer spätestens an dieser Stelle die Frage stellen müssen, ob der Wirkstoff, der das Blut des Pferdes für Insekten zur tödlichen Mahlzeit macht, nicht auch für das Pferd Gefahren birgt.

Wer sorgsam seine Pferdeweide von Jakobskreuzkraut befreit und permanent bemüht ist jedwede Giftpflanze, die auch nur in der Nähe des Koppelzauns wächst, mit samt der Wurzel auszurotten, würde nie auf die Idee kommen, in der Nähe der Pferde Chrysanthemen der Gattung Tanacetum zu pflanzen – sie gehören nämlich genau wie das Jakobskreuzkraut zu den Giftpflanzen.

Das starke Nervengift, welches die Chrysanthemen der Gattung Tanacetum enthalten, ruft bei Haustieren Vergiftungserscheinungen hervor, welche mit Schleimhautrötungen, Benommenheit und Erblindung einhergehen und je nach der Dosis, die von der Pflanze eingenommen wurde, führt es sogar mitunter zum Leber- und Nierenversagen.

Kein Pferdebesitzer käme also auf die Idee, sein Pferd mit einer Pflanze zu füttern, die ein solches Nervengift enthält.

Aber genau dieses Gift gelangt als Wirkstoff Pyrethrum in den Blutkreislauf des Pferdes, denn die Basis der Insektizide bildet vielfach jenes Nervengift, das aus Chrysanthemen der Gattung Tanacetum gewonnen wird.

Da liegt die Überlegung nah, ob man den Teufel gerade mit dem Belzebub austreibt.

Die möglichen Nebenwirkungen, die der aufmerksame Leser auf dem Beipackzettel findet, bestätigen den Verdacht, denn sie rufen einem schnell ins Bewusstsein, dass der Grund für die Wirksamkeit dieser Mittel in der Tödlichkeit der giftigen Substanzen liegt. Schließlich lassen die Fliegen, Bremsen und Kriebelmücken nicht von den behandelten Pferden ab, weil sie vom Hersteller des Insektizids dafür bezahlt werden, sondern weil sie eben meist solche natürlich oder synthetisch hergestellte Nervengifte (Pyrethroide) enthalten.

Pyrethroide schädigen das Nervensystem der Insekten und führen bei ihnen zu Lähmungen und zum Tod.

Zu den Pyrethroiden gehören auch die Wirkstoffe Permethrin, Allethrin und Bioresmethrin, die in Tierversuchen zu Vergiftungserscheinungen führten, welche mit einem Tremor (Zittern) und Störungen des peripheren Nervensystems einhergingen. Bei den Pyrethroiden vom Typ II, zu dem die Wirkstoffe Cypermethrin und Deltamethrin gehören, konnten unkontrollierte Bewegungen und erhöhter Speichelfluss festgestellt werden. Es kam vorwiegend zu Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems.

Bei unsachgemäßer Anwendung oder oraler Aufnahme durch Ablecken (was beim „Fellchenkraulen“ nicht ausgeschlossen werden kann) können Magenprobleme oder Leberschädigungen die Folge sein.

So viel versprechend also die Wirkung solcher Fliegenschutzmittel sein mag – man sollte dabei nicht vergessen, dass sie auf der Basis von natürlichem oder synthetisch hergestelltem Chrysanthemengift hergestellt werden, dessen Einsatz nicht unbedenklich ist.

 

Schutz vor Plagegeistern mit Zebrastreifen, vor denen Insekten halt machen und Fliegendecken, die Pferde verschleiern


Allerdings sind leider auch viele Insektizide, die nur aufgrund ihres Zedernduftes oder die ausschließlich durch Neemöl wirken sollen, nicht wirklich befriedigend in der Anwendung. Ihr Duft verfliegt zu schnell und wird schnell vom Pferdeschweiß überlagert.

Hilfreich soll zwar das Aufzeichnen von Zebrastreifen auf das Pferdefell sein, aber wer mit Kreidestaub und Wasser ein Breichen anrührt, um seinen Rappen zu bemalen oder beim Schimmel Holzkohle benutzt, muss sich jeden Tag erneut die Zeit nehmen, zum kreativen Zeichner zu werden, denn die Bemalung wird beim Wälzen aus dem Fell gerubbelt und vom Regen verwischt. Fingerfarben sollen länger halten, aber wer am Wochenende zum Turnier fahren möchte, der wird wenig Begeisterung dafür entwickeln, neben dem Schmutz, nun auch noch die Farbe aus dem Pferdefell entfernen zu müssen, um mit einem glänzenden Sportpartner in den Parcours oder ins Dressurviereck einzureiten.

Weniger aufwändig ist das Einhüllen der Pferde in Fliegendecken oft auch nicht, aber es ist dafür in seiner „Nebenwirkung“ weniger nachhaltig, denn es hinterlässt zumindest keine Farbreste im Fell.

Fliegendecken, die einen zuverlässigen Rundumschutz bieten, gibt es auch viele. Allerdings wurden wir, als wir die Idee hatten, unsere Stuten zu „verschleiern“, mit gleich zwei Problemen konfrontiert:

  1. die Pferdemutter erkannte ihre eigne schwarzbraune Tochter nicht mehr, als die unter einer weißen Decke zum „Schimmel“ mutierte – das arme eingedeckte Pferdemädchen musste vor ihren langjährigen Freundinnen fliehen, die sie erst wieder in ihre Nähe und zufrieden ließen, als wir die Stute wieder „enthüllten“ und die Fliegendecke entfernten
  2. die Jungpferde, die wir in der Herde unter Fliegendecken stellten, zogen sie sich gegenseitig wieder aus und zerstörten sie so, dass sie unbrauchbar wurden

Also decken wir nun nur noch die beiden Hengste ein, die jeweils alleine auf ihrer Weide stehen. Leider ist die Fliegendeckenlösung auch hier nicht gänzlich befriedigend, denn wenn morgens die Sonne lacht und wir gerade die Pferde eingedeckt haben, kann es durchaus passieren, dass sich mittags ein Wärmegewitter zusammenbraut und vom Himmel literweise Starkregen fällt – die Pferde stehen anschließend mit klatschnassen Decken auf der Weide und wir sind jedes Mal besorgt, dass sie sich den Rücken im auffrischenden Wind verkühlen. Wirkt der Himmel jedoch bewölkt und wir lassen die Fliegendecken weg, dann schaut die Sonne garantiert plötzlich durch die Wolkendecke und lockt die geflügelten Plagegeister aus ihren Verstecken. Man ist also bei wechselhaftem Wetter eigentlich ständig damit beschäftigt, seine Pferde ein- oder auszudecken. Dazu kommt, dass gerade nach Regenschauern, die schwülwarme Luft mitbringen, die Insekten besonders aggressiv sind – die Fliegendecke wegzulassen, weil es regnet, birgt damit das Risiko, dass das Pferd wieder gestochen wird, sobald der letzte Regentropfen auf die Erde fiel.

Dazu kommt, dass wir auch zwei „Schubberpferdchen“ haben, die auf Kriebelmückenattacken mit dem Sommerekzem reagieren. Die Lösung des Insektenproblems liegt für uns also nicht nur in der Abwehr der Plagegeister, sondern auch in der Bekämpfung des Juckreizes, den sie bei den Ekzemern auslösen.

 

Natürliche Insektizide ohne Gesundheitsrisiken


Insofern waren wir sehr lange auf der Suche nach einer Lotion, welche den Juckreiz lindert, die gereizte Haut pflegt und im Idealfall auch die Kriebelmücken fern hält.

Zwar schätzen wir die Unterstützung der Kräutermischungen „Ratzfatz-Antikratz“ und „Ruckzuck-Antijuck“ sehr, aber während die Stuten auf der Sommerweide stehen, werden sie nicht zugefüttert. Es wäre also relativ schwierig, ein Pferd einmal täglich aus der Herde zu holen und es zu füttern, während die anderen Pferde zuschauen müssen. Einfacher ist es in dem Fall, den Mähnenkamm und die Schweifrübe des Ekzemers mit einer Lotion einzureiben, die den Juckreiz nimmt, die Haut regenerieren lässt und die Lästlinge abwehrt.

Ratzfatz Antikratz

Nach zwei Jahren stetigen Experimentierens mit einzelnen Ölen, haben wir nun eine Mixtur kreiert, die nun bereits den zweiten Sommer die Mähne und den Schweif unseres Spaniers schützt, sodass er inzwischen tatsächlich eine rassetypische Frisur trägt.

Unser Anliegen war es aber nicht nur, Öle zusammen zu mischen, die man auf den Mähnenkamm und auf die Schweifrübe aufbringt, sondern eine Art Lotion zu kreieren, die ideal für Ekzemer ist, gleichzeitig auch als ergiebiges Antiinsektizid gegen Bremsen, Fliegen und Kriebelmücken wirkt und überdies das Langhaar pflegt. Das litt nämlich unter den Halteilen der Regen- und Fliegendecken und ließ die Mähne verfilzen.

Überdies suchten wir schon lange nach einer Alternative zu den Mähnenlotionen, welche die Kämmbarkeit des Langhaares erleichtern, weil die handelsüblichen Sprays meistens Silikone enthalten, das Haar austrocknen und es langfristig brüchig machen. Aber wir wollten natürlich auch keine fettigen Substanzen verwenden, die sich mit dem Sand der Paddocks zu einer schmierigen Kruste vereinen.

Unsere Ansprüche waren damit hoch gesteckt, denn von einem erfolgreich wirkenden „Equiwohl-Öl“ erwarten wir, dass es

  • die Haut beruhigt
  • den Juckreiz lindert
  • die Heilung der gereizten Haut unterstützt und die Regeneration der geschädigten Hautzellen fördert
  • abschwellend, antibakteriell und entzündungshemmend wirkt
  • die Haut pflegt
  • den Haarwuchs fördert
  • das Verfilzen des Langhaares verhindern und die Kämmbarkeit erleichtert
  • nicht fettet, aber trocknes Haar wieder elastisch und glänzend macht
  • Insekten abwehrt

Oder kurzum: Wir machten uns auf die Suche nach einem „All-in-one-Öl oder der eierlegenden Wollmilchsau …

… und fanden sie in folgenden Komponenten, die nun auch unser „Equiwohl-Öl“ enthält:

Equiwohl

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  • Kokosöl

Immer wieder tauchte Kokosöl als „Wundermittel“ gegen Plagegeister aller Art auf. Man las davon in Hundeforen und in Pferdeforen und das machte uns natürlich neugierig. Also begannen wir über Kokosöl zu recherchieren und es zu testen.

Dabei konnten wir feststellen, dass Kokosöl aufgrund seiner antibakteriellen, antiviralen und fungiziden Wirkung zuverlässig vor Infektionen schützt und gleichzeitig den natürlichen Heilungsprozess der Haut unterstützt, wobei das Kokosöl sogar die Narbenbildung verringert oder gar ganz verhindert.

Ganz besonders hervorgehoben wurde stets, dass Kokosöl die Haut von Schuppen befreit und das Haar dabei unterstützt, mehr Glanz und eine bessere Kämmbarkeit aufzuweisen. Tatsächlich ließen sich im Test auch „Rastalocken“ leichter entwirren und die Mähne verfilzte nicht mehr unter dem Halsteil der Decke.

Inzwischen können wir bestätigen, dass Kokosöl Feuchtigkeit spendet und gleichzeitig ein Milieu auf der Haut schafft, in dem sich Bakterien und Pilze nicht wohl fühlen. Außerdem reizt Kokosöl die Haut nicht, nimmt aber Bakterien und Pilzen den Nährboden.

Für den Einsatz bei Ekzemerpferden ist es insofern ideal, weil es die Haut beruhigt und bei täglicher Anwendung Insekten fern hält.

Selbst gegen Haarausfall hilft Kokosöl, denn es besteht vor allem aus mittelkettigen Triglyzerid-Fetten. Diese Triglyzerid-Fette besitzen die perfekte molekulare Struktur um schnell in die Kopfhaut und die Haarfollikel einzudringen und dann effizient die Nährstoffzufuhr zu verbessern. Außerdem enthält Kokosöl die wertvolle Laurinsäure, die mit der Mikroflora auf der Kopfhaut interagiert und Monolaurin bildet, das sehr wirksame antifungale und antibakterielle Eigenschaften besitzt. Die Wirkstoffe im Kokosöl können so infektiöse Erregern, die die Bildung von Haarfollikel beeinträchtigen, zerstören und wirken als natürliches Antioxidans, welches die Follikel vor den Schädigungen durch Freie Radikale und damit vor Haarausfall beschützt.

 

  • Mandelöl

Kaum ein anderes Öl wird so oft gegen Haut- und Haarprobleme empfohlen als Mandelöl. Seine unterstützende Wirkung auf die Zellerneuerung, sein positiver Einfluss auf strapaziertes, brüchiges Haar, seine Eigenschaft, den Haarwuchs zu fördern, dem Haar Glanz zu verleihen und Schuppenbildung zu verhindern, ist seit nahezu 4000 Jahren bekannt.

Mandelöl enthält gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, welche dem natürlichen Hautfett strukturell sehr ähnlich sind und die Barrierefunktion der Zellen unterstützen. Durch den hohen Anteil von 86 % Ölsäure, welche eine Doppelbindung mittig in der Kohlenstoff-Kette aufweist, kann Mandelöl sehr gut in die Haut einziehen und auch in den tieferen Hautschichten wirken. Darüber hinaus enthält Mandelöl Linolsäure, welche die Haut widerstandsfähiger gegen Infektionen macht und ihr Feuchtigkeit spendet. Ebenfalls in Mandelöl enthalten ist Palmitinsäure als wichtiger Bestandteil der Hautbarriere und des Säureschutzmantels. Sie ist notwendig, um die Haut vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Die Zellerneuerung der Haut unterstützt Mandelöl durch das enthaltene Vitamin A und den 32-prozentigen Anteil von Vitamin E – darum wirkt Mandelöl pflegend, nährend und beruhigend auf die Haut.

 

  • Klettenwurzelöl

Das Haupteinsatzgebiet vom Klettenwurzelöl liegt in seiner pilztötenden, antibakteriellen, entzündungshemmenden, beruhigenden, abschwellenden Wirkung auf die Haut. Man kennt es im humanen Einsatzgebiet als Mittel gegen Schuppenflechte, Ekzeme oder Neurodermitis und setzt es für Haarspülungen ein. Bei Pferden pflegt und schützt es die Haut, unterstützt die Heilung von Sommerwunden und wundgeriebenen „Schubberstellen“. Außerdem lindert Klettenwurzelöl den Juckreiz und hilft auch gegen Schuppen und Schorf. Darüber hinaus wirkt es regulierend und kräftigend bei trockenem Langhaar, schützt vor Haarausfall und es sorgt für Glanz und besseres Haarwachstum.

 

  • Jojobaöl

Jojobaöl wirkt entzündungshemmend, erhöht die Elastizität der Haut und schützt sie langanhaltend zuverlässig vor Feuchtigkeitsverlust, enthält Provitamin A und Vitamin E, pflegt durch seine günstige Fettsäurenzusammensetzung die Haut, schützt vor Austrocknung, ohne einen schmierigen Film auf der Haut zu hinterlassen (da es sich eigentlich um ein Wachs handelt) und hat einen natürlichen Lichtschutzfaktor von drei bis vier, was gerade bei lichtempfindlichen Pferden mit rosaroter Haut wichtig ist.

 

  • Neemöl

Neemöl wirkt hautpflegend, unterstützt die Regenerierung und Heilung der Haut und hält durch den intensiven Duft die Insekten fern.

Auch wenn auch die positiven Eigenschaften des Neemöls auf die Haut und die Haare nicht zu verachten sind, ist die insektizide Wirkung vermutlich die wichtigste bei der Anwendung von Neembaumprodukten.  Bei Tierhaltern ist es vor allem bekannt geworden, weil es zuverlässig Flöhe, Zecken, Milben, Fliegen, Läuse und Mücken vertreibt, wobei es auch den nach einem Stich auftretenden Juckreiz lindert.

Von den erwiesenermaßen 34 unterschiedlichen Substanzen, die im Neemöl gegen Insekten wirken, sind folgende als essentiell zu bewerten: Azadirachtin, Salaninne, Meliantriol, Nimbin, 6-Desacetylnimbin, NIM-76,  und Quercetin.

  • Azadirachtin gehört zu der großen Gruppe der Terpene. Es ist dem Geschlechtshormon Ecdysteroid, das bei vielen Insekten und Spinnentiere das Wachstum und die Häutung regelt, in seiner Struktur sehr ähnlich und wird darum nicht als körperfremd erkannt – es gelangt problemlos in den Stoffwechsel der Insekten. Dadurch wird die Chintinsynthese gestoppt, was bedeutet, dass die Insekten ihr schützendes Außenskelett nicht vollständig entwickeln können. Gleichzeitig wird die Entwicklung des Insekts bereits im Larvenstadium, respektive zum Zeitpunkt der Verpuppung aufgehalten.
  • Salanninne und Meliantriol wirken durch ihren intensiven Geruch insektenabweisend, schmecken jedoch auch bitter, was den Blutsaugern den Appetit verdirbt.
  • Nimbin und Nimbidin enthalten ebenfalls Bitterstoffe, die Insekten vom Stechen oder Beißen abhalten. Zusätzlich werden ihnen aber auch antivirelle Eigenschaften zugeschrieben.
  • Quercetin gehört zu den Flavonoiden – den sekundären Pflanzenstoffen, die vor allem den Blüten ihre intensive Farbe geben. Flavonoide fungieren jedoch auch als Fraßschutz für die Pflanze, die sich damit gegen Angriffe wehrt. Sie gelten darum als Reppelent und sind in ihrer Form als Flavon- und Flavonol-Glykoside, etwa basierend auf Rutin, Quercitrin und Isoquercitrin, für Insekten toxisch, während sie für höhere Tiere ungiftig sind.

Die Toxizität von Neemöl ist auch ein viel diskutiertes Thema bei Haustierhaltern, denn tatsächlich darf Neemöl keinesfalls innerlich angewendet werden, auch wenn es teilweise sogar als Abkochung zu Mundspülung benutzt wird. Aber es hat nicht nur eine heilende Wirkung auf die Haut, sondern kann in hohen Dosen auch die Schleimhäute reizen. Insofern sollte es ausschließlich zur äußeren Anwendung dienen. Eine wirkliche potentielle Gefahr für die Gesundheit geht jedoch vor allem von verunreinigten oder ungereinigten Ölen aus, die unerwünschte Substanzen enthalten.

In den geringen Mengen hochwertigen Neemöls, wie es in unserem Antiinsektenöl enthalten ist, sind die Wirkstoffe im Neemöl weitaus ungefährlicher, als die in handelsüblichen Insektiziden, welche auf dem Nervengift von Chrysanthemen basieren. Trotzdem raten wir stets zu einem sparsamen Gebrauch, denn die Wirksamkeit gegen Insekten besteht auch schon bei geringen Mengen vom Neemöl.

Es wird überdies sogar als pure Anwendung empfohlen, um offene Stellen durch Schweif- und Mähnenscheuern zu behandeln, Wunden zu desinfizieren und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Überdies ist es in vielen Fliegensprays und Milbenmitteln enthalten, die auf dem Pferdefell relativ gefahrlos zur Anwendung kommen – eine Überempfindlichkeit bei sensiblen Pferden und Allergikern ist jedoch bei kaum einem Wirkstoff vollkommen auszuschließen.

 

  • Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, hautregenerierend, hautberuhigend, hautpflegend und heilend (mehr dazu findet Ihr hier)

Schwarzkümmelöl

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  • Teebaumöl

In Teebaumöl wirken rund 100 unterschiedliche Substanzen und Verbindungen. Essentiell sind jedoch die hauptsächlich enthaltenen Stoffe Terpinen-4-ol (wirkt stark gegen Bakterien, Pilze und Viren), 1.8-Cineol (wirkt antibakteriell), Alpha-Pinen (gelten als eine antimikrobiell hochwirksame Substanz, welche leicht durch die Haut aufgenommen werden kann und wirken antibakteriell), sowie Monoterpene (wirken heilend, bei empfindlichen Pferden können sie auch hautreizend wirken).

Teebaumöl gilt als wundheilend, desinfizierend, pilztötend, entzündungshemmend, lindert Hautirritationen und hält durch den starken Duft Insekten fern (Teebaumöl sollte vorsichtig auf seine Verträglichkeit getestet werden, denn bei empfindlichen Pferde trocknet es die Haut auch stark aus)

 

  • Citronella-, Geranien- und Nelkenöl

Ätherische Öle, deren starker Duft den Eigengeruch der Pferde überlagert und damit Insekten fern hält, findet man in nahezu jedem natürlichen Insektizid. Wir haben uns für Citronella (Zitronengras)-, Geranien- und Nelkenöl entschieden, weil

  • Nelkenölden Inhaltstoff Eugenol (im Europäischen Arzneibuch als Eugenolum beschrieben) enthält, das nachweisliche Wirkungen gegen Bakterien, Pilze und Viren zeigt und darum desinfizierend, aber zudem betäubend und schmerzstillend wirkt.
  • Citronella-Ölenthält die Inhaltsstoffe Citral und Myrcen, die für den Geruch verantwortlich sind, der Insekten vertreibt. Überdies wirkt der Duft von Citronella-Öl stressmildernd, was gerade bei unruhigen Pferden während einer Insektenplage eine zusätzlich beruhigende Wirkung erzeugt.
  • Geranienöl hat eine natürliche insektizide, sowie eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung


Ergänzend wirkt im Equiwohl-Öl ein wenig

 

  • Bockshornkleesamenpulver

Bockshornkleesamen ist schon lange als natürliches Mittel gegen Geschwüre und Hautverletzungen bekannt. Schon Sebastian Kneipp empfahl ihn: „Die Samen wirken entzündungshemmend, erweichend und aufsaugend; die gereinigten Wunden heilen sehr bald zu. Die Bockshornsamen wirken so eiterentziehend, dass Blutvergiftungen verhindert werden, ebenso die Bildung wilden, faulen Fleisches.

Aber zusätzlich wirkt Bockshornkleesamen haarwuchsfördernd.

Allerdings setzt sich das Pulver auf dem Flaschenboden ab. Es empfiehlt sich, die Flasche vor Gebrauch gut zu schütteln. Zwar haben sich die Wirkstoffe nach 14 Tagen im Equiwohl-Öl gelöst und sind auf das Öl übergegangen, sodass man das Pulver auch herausfiltern könnte, aber die kleinen Pulverkörnchen, die sich auch leicht wieder aus dem Fell bürsten lassen, sorgen beim Einreiben für einen leichten Massageeffekt, dder die Durchblutung der Haut fördert.

 

Anwendung vom Equiwohl-Öl für Pferde


Das Öl wurde von uns selbstverständlich über einen langen Zeitraum erfolgreich getestet.

Allerdings muss das Equiwohl-Öl täglich bei den Pferden angewandt werden, um befriedigend zu wirken.

Dann allerdings stoppte der Juckreiz bei unseren „Schubberpferden“ sehr schnell.

Zusätzlich stellten wir eine rasche Abheilung der wund geriebenen Schubberstellen fest und überdies wuchsen die abgeriebenen Haare rasch wieder nach.

Die mit Equiwohl behandelten Pferde wurden von Bremsen, Fliegen und Kriebelmücken über einen längeren Zeitraum gemieden und bei Pferden, die vor der Behandlung sichtbar gestochen worden waren, entdeckten wir keine geschwollenen Stiche mehr.

Das Equiwohl-Öl fettet nicht und kann auch zur Mähnenpflege verwendet werden. Das Langhaar lässt sich leichter kämmen und filzt nicht so schnell.

Das Equiwohl-Öl wird in 500 ml-Flaschen angeboten. Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Anwendung:

  1. unverdünnte Anwendung zur Pflege des Langhaares und auf dem Mähnenkamm und der Schweifrübe von Ekzemerpferden – ein sparsamer Gebrauch ist ratsam, damit das Öl gleich einzieht
  2. 1:1 mit Wasser verdünnt als Antiinsektenmittel, das mit einem Schwämmchen auf das ganze Pferd aufgetragen wird (das Einsprühen ist nur schlecht möglich, weil die Öl- in Wasser-Mischung nicht zu 100 % emulgiert und das Öl den Sprühkopf verstopfen kann. Wichtig ist, dass die Mischung vor jedem Gebrauch gut geschüttelt wird.

Das Team der Kräuter- und Gewürzmanufaktur Neumann wünscht all Euren Pferden eine juckfreie Zukunft und natürlich Gesundheit und Wohlbefinden

 

 

 

 

 

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